10.000 Gegendemonstranten

Nach Lübcke-Mord: Rechtsextreme Kundgebung in Kassel

20. Juli 2019 - 21:40 Uhr

"Die Rechte" hat in Kassel mobil gemacht

Rund 120 Rechtsextreme und etwa 10.000 Gegendemonstranten standen sich am Samstag in Kassel gegenüber. Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hatte die Partei "Die Rechte" mobil gemacht. Sie versuchen das niederträchtige Verbrechen für sich zu instrumentalisieren.

Protest gegen angebliche mediale Vorverurteilung

20.07.2019, Hessen, Kassel: Teilnehmer eines Demonstrationszuges der Partei "Die Rechte" gehen mit Flaggen durch die Innenstadt. Die rechtsextreme Kleinstpartei "Die Rechte" hat nach dem Mord an Regierungspräsident Lübcke zu einer Demonstration in Ka
Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten hatte die Partei "Die Rechte" mobil gemacht.
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Die Kundgebung der Rechten fiel wesentlich kleiner aus, als erwartet. Nur rund 120 versammelten sich auf einem Platz außerhalb der Innenstadt, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Sie protestierten gegen eine angebliche mediale Vorverurteilung im Zusammenhang mit der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Die Polizei hatte die Lage im Griff, nur an wenigen Stellen kamen sich Demonstranten und Rechte gefährlich nahe.

Seit den Morgenstunden war die nordhessische Stadt in einer Art Ausnahmezustand: Busse und Bahnen hatten in der Innenstadt den Betrieb eingestellt. Die Polizei kontrollierte an Bahnhöfen, Teile der Stadt waren gesperrt. Das Stadtbild beherrschten die Gegendemonstranten, ein Bündnis gegen Rechts hatte zu zahlreichen Veranstaltungen aufgerufen und zog bereits vor der Ankunft der Rechten mit 3.000 Menschen durch Kassel.

31 Personen in Gewahrsam genommen

20.07.2019, Hessen, Kassel: Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei "Die Rechte" lassen bei der Demonstration ihre Fahnen wehen. Die Partei hatte dazu aufgerufen, in Kassel im Zusammenhang mit dem Fall Lübcke gegen mediale Vorverurteilung zu demons
Die Rechtsextremen zogen durch mehrere Straßen. An zwei Stellen kamen sie und die Gegendemonstranten sich bis auf wenige Meter nahe.
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Den Ort der rechten Demo auf der anderen Seite der Fulda hatte die Polizei komplett abgesperrt. Mit knapp zweistündiger Verspätung begann dort die Versammlung der Rechtsextremen, die gegen eine angebliche Instrumentalisierung des Mordes an Kassels Regierungspräsident demonstrierten. Der CDU-Politiker war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.

Kassel Kundgebung und Demonstration Kassel nimmt Platz! No Pasaran! Kundgebung und Demonstration am 20. Juli 2019 unter dem Titel Kassel nimmt Platz! No Pasaran! gegen eine geplante Kundgebung Der Rechten in Kassel / Hessen / Deutschland *** Kassel r
"Ausgrenzung, Gewalt, Hass, Hetze und Terror haben in Kassel keinen Platz", sagte der Bürgermeister der Stadt.
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Die Rechtsextremen zogen durch mehrere Straßen. An zwei Stellen kamen sie und die Gegendemonstranten sich bis auf wenige Meter nahe. Flaschen flogen, es kam zum Gerangel mit Einsatzkräften. Die Polizei meldete, dass 31 Personen fest- oder in Gewahrsam genommen worden seien. 

"Es wird eine ganze Stadt in Geiselhaft genommen"

20.07.2019, Hessen, Kassel: Tausende demonstrieren gegen den Aufmarsch der rechtsextremen Kleinstpartei "Die Rechte". Die Partei hatte dazu aufgerufen, in Kassel im Zusammenhang mit dem Fall Lübcke gegen mediale Vorverurteilung zu demonstrieren. Ein
Das Bündnis gegen Rechts als Veranstalter der Gegendemonstrationen zeigte sich zufrieden.
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Das Bündnis gegen Rechts als Veranstalter der Gegendemonstrationen zeigte sich zufrieden. "Das ist ein tolles Signal, das die Stadtgesellschaft sendet", sagte Sprecher Torsten Felstehausen. Was ihn allerdings erschüttere, sei der Umfang des Polizeieinsatzes: "Es wird eine ganze Stadt in Geiselhaft genommen." Bürgermeister Christian Geselle (SPD) teilte am Abend mit: "Ausgrenzung, Gewalt, Hass, Hetze und Terror haben in Kassel keinen Platz."