"Billige PR-Aktion?" - User zweifeln an Echtheit der Fanpost

Nach Lobes-Postkarte von Schüler "Ben": Hamburger Polizei erntet Shitstorm

Seit die Polizei Hamburg diese Postkarte veröffentlicht hat, hagelt es im Netz Kritik.
© Polizei Hamburg

02. Juli 2020 - 15:28 Uhr

Erneutes Twitter-Desaster für Hamburger Polizei: Gibt es "Ben" oder nicht"?

Eigentlich könnte die folgende Geschichte schnell erzählt sein: Ein Schüler schreibt eine Postkarte an die Hamburger Landes-Bereitschaftspolizei und bedankt sich für deren Arbeit. Die Beamten freuen sich und posten ein Foto der lieben Worte auf ihren Social-Media-Kanälen. Doch schon wenige Stunden später stehen sie unter Fake-Verdacht und sehen sich gezwungen zu erklären, dass es "Ben" und seine Karte wirklich gibt. Was ist da schief gegangen?

Dieser Twitter-Post löste den Shitstorm aus

User halten Postkarte für Fälschung

"Ziemlich gute Rechtschreibung für einen Polizisten", "Möchte wissen, wie alt dieses Kind ist. Klingt, als ob die Oma diktiert hat", sind noch die netteren Kommentare unter dem Tweet. Andere User werden da schon deutlicher: "Wenn ihr das nächste Mal politisch motivierte Fanpost fälscht, klebt eine Briefmarke drauf und werft das Ding in den Briefkasten. Ist das peinlich". "Das steht also auf dem Lehrplan der Polizeischule Hamburg? Faszinierend". "Welcher 12-Jährige sagt heutzutage 'Halten Sie die Ohren steif'? Außer Amthor vllt früher"? "Allein das Wort Landesbereitschaftspolizei kommt nicht in meinem aktiven Wortschatz vor! Wir hätten in Hamburg zur Schule gehen sollen".

Zwar gibt es auch positive Reaktionen auf die Postkarte, ein Großteil der Twitter-User wirft den Beamten aber vor, die Karte selbst geschrieben zu haben. Die Hamburger Polizei bestreitet das vehement und sagt: Ben gibt es wirklich. Die Postkarte trage keine Briefmarke "da auf ihr kein Platz mehr war".

Polizei Hamburg weist Kritik zurück

Nicht der erste Twitter-Ärger für die Hamburger Polizei

Bereits Ende Juni hatte die Hamburger Polizei mit einem Tweet für Unmut gesorgt. Inmitten der Debatte um strukturellen Rassismus postete sie ein Foto von der Rettung einer Schwanenfamilie. Die Kurznachricht zu dem "Begleitschutz" für die Tiere, die an einer Straße im Stadtteil Billstedt vor dem Verkehr in Sicherheit gebracht wurden, endete mit dem Satz "Hätten wir übrigens auch für schwarze Schwäne gemacht!". Die Polizei hat den Post inzwischen gelöscht.