Zurück aus der Pandemie-Pause

Tausende Menschen bei Fridays for Future-Demos in Norddeutschland

25. September 2020 - 19:33 Uhr

Erste Klima-Demo in der Corona-Pandemie

Es war der erste Auftritt der Fridays for Future-Demonstranten während der Corona-Pandemie. Allein in Hamburg gingen 6200 Menschen auf die Straße, auch in Kiel, Hannover und Bremen demonstrierten Tausende Menschen für das Klima –mit Hygiene- und Abstandsregeln. Wie das funktioniert hat, zeigen wir Ihnen im Video.

Gericht macht höhere Teilnehmerzahl in Hamburg möglich

Die Versammlungsbehörde in Hamburg wollte zunächst nur zwei Demonstrationszüge mit maximal je 1000 Teilnehmern zulassen. Das Verwaltungsgericht hat aber kurzfristig entschieden, dass 3500 Menschen pro Zug erlaubt sind. Insgesamt gab es jetzt sogar drei Züge. Überall galt eine Maskenpflicht sowie ein Mindestabstand von zwei Metern.

Corona-Maßnahmen gut für das Klima?

Durch die Coronakrise gibt es deutlich weniger Flugverkehr, auch durch weniger Industrieabgasen und Auto-Stau sei der CO2-Ausstoß drastisch reduziert worden. Spielen die Corona-Einschränkungen damit den Klimaschützern in die Karten? Nein, sagt Annika Rittmann von Fridays for Future. "Das sind nicht die Einschränkungen, die wir für den Klimaschutz wollen. Sondern was wir wollen ist, dass Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, was durch das neue Kohlegesetz jetzt verhindert wird zum Teil und genau deshalb muss mehr passieren." Die Pandemie habe aber gezeigt, dass konsequentes Handeln durchaus möglich sei, so die Aktivisten.

"Der Klimaschutz bietet enorme wirtschaftliche Chancen"

Umdenken sei angesagt, zum Wohle des Klimas und der Wirtschaft, denn das schließe sich nicht gegenseitig aus, sagt Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfer: "Der Klimaschutz bietet enorme wirtschaftliche Chancen. Wir sehen, dass die fossile Industrie im Sterben liegt. Das sieht man an einer enormen Abwertung zum Beispiel auch beim Öl. Und die Unternehmen, die umsteuern, auch bei erneuerbaren Energien, Elektromobilität, deren Börsenkurse steigen und genau das ist der Indikator, dass es funktioniert."