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Nach Lampedusa-Katastrophe: CDU-Spitze fordert europäischen Flüchtlingsgipfel

Nach Lampedusa-Katastrophe: CDU-Spitze fordert europäischen Flüchtlingsgipfel

Lampdeusa, Flüchtlinge
Möglicherweise sind bei dem Unglück vor Lampedusa mehr als 300 Menschen ertrunken.
Igor Petyx / Splash News

Umdenken gefordert: War der Tod der Flüchtlinge nicht ganz umsonst?

Immer noch suchen Rettungsmannschaften vor der italienischen Küste nach Überlebenden der Flüchtlings-Tragödie. Doch die Hoffnungen, jetzt noch Schiffbrüchige zu finden, gehen gegen Null. Möglicherweise sind mehr als 300 Afrikaner vor der Insel Lampedusa ertrunken, als ihr Schiff in Brand geriet und schließlich kenterte.

Es besteht allerdings die Hoffnung, dass ihr Tod nicht ganz umsonst war. Mehr und mehr Politiker - auch aus konservativen Kreisen - sprechen sich dafür aus, die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union zu überdenken.

Auch in der CDU-Führung wird der Ruf nach einer Reform der europäischen Flüchtlingspolitik laut. Mit Blick auf die Schiffskatastrophe vor Lampedusa sagte die Vizevorsitzende Julia Klöckner der 'Welt am Sonntag', die Lage könne so nicht bleiben. "Wir brauchen einen europäischen Flüchtlingsgipfel - das Drehen an einzelnen Schrauben allein hilft jetzt nicht weiter."

Italien nicht länger alleine lassen

Auch CDU-Vize Thomas Strobl sprach sich für ein Umdenken aus. "Eine neue europäische Flüchtlingspolitik gehört mittelfristig auf die Agenda.", sagte er. Man dürfe die Italiener nicht mit dem Problem alleine lassen, es sei eine Aufgabe für ganz Europa.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), warnte aber vor vorschnellen Konsequenzen für Deutschland: "Wir sollten sehr vorsichtig sein, jetzt unsere Flüchtlingspolitik überstürzt zu verändern." Deutschland nehme schon heute mehr Flüchtlinge auf als die Anrainerstaaten des Mittelmeeres, sagte er der Zeitung.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte es zuvor für wichtig erklärt, die Situation in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zu verbessern. Außerdem mahnte er schärfere Maßnahmen gegen Schlepper an und sagte: "Wir müssen alles tun, die wirklich Schutzbedürftigen aufzunehmen."

Auch in Frankreich wird der Tod der Flüchtlinge diskutiert: Premierminister Jean-Marc Ayrault forderte die EU-Staaten zu Diskussionen über die Kontrolle der Seegrenzen auf. Die EU-Mitgliedstaaten müssen sich so schnell wie möglich treffen, um über die Verwaltung der Grenzen auf See zu diskutieren, sagte der sozialistische Politiker. Mitleid reiche nicht aus. Die EU-Staaten müssten eine Lösung finden, sagte Ayrault.