Nach Krebserkrankung: Vater baut seiner Tochter aus einem Babysitz einen Rollstuhl

30. August 2016 - 15:54 Uhr

"Sie ist ein tapferes Kind"

Während andere Babys anfangen, das Krabbeln zu erlernen, lernt die kleine Evelyn Moore aus Edmonton in Kanada ihr Leben mit ihrem Rollstuhl zu meistern. Im Alter von vier Monaten wurde bei ihr nämlich ein Tumor an der Wirbelsäule entdeckt. Die Krebstherapie hat die Einjährige absolviert, seitdem ist sie aber von den Armen abwärts gelähmt. Das Besondere: Der Rollstuhl wurde von ihrem Vater extra für sie gebaut - aus einem Babysitz.

Evelyn Moore hat mir vier Monaten Krebs bekommen und ist seitdem gelähmt.
Evelyn Moore kann dank ihres Rollstuhls die Welt erkunden.
© picture alliance / AP Images, JASON FRANSON, JF DK**NY**

"Sie ist ziemlich furchtlos", erzählt ihre Mutter Kimberly Moore im Interview mit 'ABC News'. "Sie fährt mit ihrem Rollstuhl einen Hügel hoch, lässt sich dann mit ihren Armen in der Luft herunterrollen und bremst erst ab, wenn sie unten angekommen ist", beschreibt ihre Mutter. "Sie ist ein tapferes Kind. Sie hat schon so viel durchgemacht und versucht einfach, so normal wie möglich zu leben."

Als sie vier Monate alt war, wurde bei Evelyn, die von ihrer Familie auch Eva genannt wird, ein Neuroblastom entdeckt. Diese bösartige Krebswucherung hat ihre Wirbelsäule befallen. Seit drei Monaten ist sie aus der Krebstherapie entlassen. Ihre Ärzte teilten ihren Eltern mit, dass sie mit Hilfe ihrer Arme krabbeln könnte, bis sie alt genug für einen Rollstuhl sein würde. Doch ihre Eltern wollten, dass sie so normal wie möglich leben kann und dass sie sie sich so selbstständig wie möglich fortbewegen kann.

Daher kam ihrem Vater Brad die Idee, mit Hilfe von einem Babysitz, der aussieht wie ein Töpfchen, für seine Tochter einen Rollstuhl selber zu bauen. "Es gab nicht so viele Möglichkeiten. Nachdem sie ihre Diagnose bekommen hat, waren wir eher damit beschäftigt, ihr Überleben zu gewährleisten, anstatt bei der Krankenversicherung einen Spezialrollstuhl zu beantragen", erläutert Evas Mutter. Im Internet haben sie ein ähnliches Model gesehen - und dann hat ihr Vater innerhalb von zwei Tagen den Rollstuhl gebaut.

Und nicht nur Evelyn liebt ihren "Töpfchen"-Rollstuhl - auch ihre Ärzte sind begeistert. "Er ermöglicht es ihr, mobil zu sein. Nun kann sie erkunden, was sie erkunden möchte. Sie ist wie jedes andere Kind auch - nur schneller", erzählt ihre Onkologin Bev Wilson vom Stollery-Kinderkrankenhaus in Alberta. Wir wünschen Evelyn, dass sie noch viele Erkundungen machen wird!