20. Mai 2019 - 15:35 Uhr

Hohe Ansteckungsgefahr auf Schultoiletten?

Schüler, Lehrer und Eltern haben die Ekel-Klos an deutschen Schulen schon lange satt. In jeder Schulpflegschaftssitzung kommt das Thema auf den Tisch, selten tut sich was. Das wollen die Berliner Grundschüler nicht mehr hinnehmen und demonstrieren jetzt für eine saubere Schule. Wie die Schüler den Schulalltag erleben und mit welchen fiesen Krankheiten sich Grundschüler bereits angesteckt haben, zeigen wir im Video.

Bürgerbegehren fordert Rekommunalisierung der Schulreinigung

Damit der Hygienenotstand in den Schulen endlich ein Ende hat, sind Berliner Eltern auf eine Idee gekommen: Mit dem Bürgerbegehren "Schule in Not" wollen sie die Stadtverwaltung dazu zwingen, die Reinigung von Neuköllns Schulen zu rekommunalisieren. Das heißt. die Stadt soll keine Firmen mehr mit der Reinigung der Schulen beauftragen, sondern mit eigenen Reinigungskräften für die Sauberkeit der Schulen verantwortlich sein.

Dass eine sorgfältige Reinigung gute Arbeitsbedingungen und realistische Leistungsvorgaben für Reinigungskräfte benötigt, hat auch eine Undercover-Reportage von Team Wallraff festgestellt. Eine RTL-Reporterin hat sich als Reinigungskraft einstellen lassen und konnte dabei dokumentieren, unter welchem Zeitdruck die Reinigungskräfte arbeiten müssen.

„Seid ihr noch ganz sauber?“

Weil die Schulpolitik auf den Toilettennotstand an deutschen Schulen nur sehr träge reagiert, greifen immer mehr Eltern in die eigene Tasche. So zahlt RTL-Redakteurin Alexandra inzwischen 10 Euro pro Schulhalbjahr dafür, dass ihre Tochter in der Schule eine saubere Toilette aufsuchen kann.

Die Alfred-Wegener-Schule in Hessen hat eine ähnliche Maßnahme getroffen, um die Toiletten sauber zu halten. Hier zahlt jeder Schüler 10 Cent pro Toilettengang. Zwar ist die Investition kein Griff ins Klo. Wenn das Neuköllner Bürgerbegehren Schule macht, könnten unsere Kinder auch ohne selber zu zahlen und ohne Angst, sich eine Krankheit einzufangen, auf die Toilette gehen.