Nach Kopfschuss: Taliban-Opfer Malala kann aufstehen und schreiben

Malala hatte Riesenglück: Weil die Kugel das Gehirn nur streifte, kann sie schon wieder aufstehen und schreiben.
Malala hatte Riesenglück: Weil die Kugel das Gehirn nur streifte, kann sie schon wieder aufstehen und schreiben.
© REUTERS, HANDOUT

24. März 2013 - 17:54 Uhr

121020 Taliban-Opfer Malala kann aufstehen

Die von Taliban in Pakistan niedergeschossene Schülerin Malala Yousafzai ist auf dem Weg der Besserung und könnte nach Einschätzung ihrer Ärzte wieder ganz gesund werden.

Mittlerweile sei sie bereits mit Hilfe aufgestanden, auch kommuniziere sie über kleine Notizen, die sie selbst aufschreibe, sagte Dave Rosser, medizinischer Direktor des Queen Elizabeth Krankenhauses in Birmingham. Es bestehe die Möglichkeit einer "vollkommenen Genesung". Allerdings gebe es weiterhin Anzeichen einer Infektion, die vermutlich durch die Kugel ausgelöst worden sei.

Malala hatte sich in ihrem Heimatland trotz Drohungen für die Bildung von Mädchen eingesetzt. Taliban-Kämpfer hatten der 15-Jährigen deshalb vor knapp zwei Wochen im Swat-Tal in den Kopf geschossen.

15-Jährige noch nicht ganz über den Berg

Die Kugel hat die Kinder-Bloggerin nach Angaben der Klinik über ihrem linken Auge getroffen und den Rand ihres Gehirns gestreift. Sie sei dann durch den seitlichen Kiefer geschossen und schließlich durch den Hals bis zum Schulterblatt gegangen. Derzeit könne das Mädchen wegen eines Luftröhrenschnitts noch nicht sprechen. In rund zwei Wochen könne man mit wiederaufbauenden Operationen beginnen. "Sie ist noch nicht ganz über den Berg. Aber sie macht Fortschritte", sagte Rosser.

Malala sei damit einverstanden, dass die Welt erfahre, wie es ihr geht, hieß es. Sie wolle den Menschen für ihre Unterstützung danken. Es seien bereits mehr als 2.300 Briefe an Malala eingegangen, in denen ihr Mut gemacht werde. Der Anschlag hatte in Pakistan und international Entsetzen ausgelöst.