10. August 2015 - 15:46 Uhr

Japan ist auf Atomkraft angewiesen

Als Konsequenz der Atomkatastrophe in Fukushima vom 11. März 2011 stehen seit rund zwei Jahren alle 48 kommerziellen Reaktoren in Japan still. In der Provinz Kagoshima wird jetzt der erste Kernreaktor des Kraftwerks 'Sendai' wieder ans Netz angeschlossen. Das Wiederanfahren des Sendai-Reaktors ist ein Erfolg für Ministerpräsident Shinzo Abe, der zur Atomkraft zurückkehren will – gegen den Willen der Bürger.

Kernschmelze im Fukushima Atomkraftwerk
Im März 2011 kam es nach einem Erdbeben und Tsunami zu einer Kernschmelze.
© dpa

Die Betreiberkonzerne decken den Strombedarf als Ersatz für die Atomreaktoren derzeit mit Wärmekraftwerken, wofür die rohstoffarme drittgrößte Volkswirtschaft der Welt teures Öl und Gas importieren muss. Vor dem Gau in Fukushima deckte Japan rund ein Drittel seines Strombedarfs mit Atomenergie ab. Vor diesem Hintergrund will die Regierung zur Atomkraft zurück.

Bürger versuchten Rückkehr gerichtlich zu verhindern

In Umfragen spricht sich allerdings eine Mehrheit der Bürger Japans immer wieder gegen eine Rückkehr zur Atomkraft aus. Das Atomkraftwerk in 'Sendai' war das erste AKW, das im vergangenen September die nach Fukushima eingeführten neuen Sicherheitsauflagen erfüllte. Die Regierung spricht von den "strengsten Sicherheitsvorschriften der Welt". Alle Atomkraftwerke müssen diese Auflagen erfüllen, bevor sie wieder angefahren werden dürfen.

"Das Wiederanfahren von Atomreaktoren, deren Sicherheit bestätigt wurde, ist für unsere Energiepolitik wichtig", sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. Etwa 200 Atomkraftgegner demonstrierten am Montag vor dem AKW in Sendai. Durch die Katastrophe in Fukushima verloren 160.000 Menschen ihre Heimat.