Nach Karussell-Unfall in Remseck: Wie sicher sind Fahrgeschäfte wirklich?

23. Juli 2018 - 12:38 Uhr

Fahrgeschäft "Crazy Fruit" in Remseck bleibt geschlossen

Noch immer sind Besucher fassungslos über das Unglück auf dem Neckarremser Straßenfest in Remseck. Drei Kinder waren am Samstag aus dem fahrenden Karussell "Crazy Fruits" gefallen, weil sich eine Gondel gelöst hatte. Ein weiteres wurde von umherfliegenden Teilen verletzt. Glücklicherweise ist keines der zehn- bis elfjährigen Kinder lebensgefährlich verletzt worden.

Gondel löste sich während der Fahrt des Karussells

"Ich hab noch stundenlang gezittert", berichtet ein Augenzeuge von dem Unglück, das sich am Samstag im baden-württembergischen Remseck ereignet hat. Wie konnte sich eine Gondel bei voller Fahrt aus der Befestigung lösen und gegen eine weitere prallen? Das ermitteln nun Polizei und Staatsanwaltschaft. Das Fahrgeschäft "Crazy Fruits" bleibt weiterhin geschlossen.

Zwar bleiben derartige Unglücke in Deutschland die Ausnahme – aber trotzdem kommt es leider immer wieder zu Unfällen mit Fahrgeschäften. Im November 2016 stürzten zwei Jungen aus einer Gondel auf dem Herborner Martinimarkt. Auffällig: Der TÜV war gültig, alle Regeln eingehalten, technische Fehler auszuschließen.

Wie sicher sind Fahrgeschäfte?

Auch wenn der Vorfall in Remseck nochmal glimpflich ausgegangen ist: Er wirft die Frage auf, wie sicher Fahrgeschäfte eigentlich sind. Was passieren muss, bevor ein Fahrgeschäft in Betrieb genommen wird, erklärt Dimitri Ortmann von der Bauaufsicht Gießen: "Es findet eine sogenannte Gebrauchsabnahme statt. Die untere Bauaufsicht kontrolliert das gültige Prüfbuch und ob es eine Ausführungsgenehmigung gibt. Sie schaut sich eben den Aufbau an – stichprobenweise. Dann wird der Betrieb zugelassen." Stichprobenweise – kann man dieser Sicherheitsüberprüfung wirklich immer vertrauen? Dem sind wir im Video mit versteckter Kamera nachgegangen.