Hunde werden eingezogen

Kampfhunde-Attacke auf Nino (15): Hauptangeklagter muss in Jugendhaft

04. Februar 2020 - 11:20 Uhr

Urteil nach Kampfhund-Angriff in Leimen

Weil er zwei Kampfhunde auf einen 15-Jährigen hetzte, muss Berke C. für zwei Jahre und sechs Monate in Jugendhaft. Das Urteil nahm der Hauptangeklagte, der in Fußfesseln vorgeführt wurde, regungslos entgegen, wie RTL-Reporterin Sarina Sprengelmeyer aus dem Gerichtssaal berichtet. Der Richter sagte, Berke C. habe die Hunde "aus Spaß, um anderen Menschen Angst einzujagen", eingesetzt. Das Landgericht Heidelberg verurteilte seine beiden Komplizen zu jeweils einem Jahr auf Bewährung. Die Angeklagten hatten die Tat bereits zu Prozessbeginn gestanden.

Nino nach Kampfhund-Attacke: „Meine Nasenspitze war ab“

Die Hunde, zwei American Staffordshire Terrier, gehören Berkant C. (22), dem Bruder des 17-jährigen Hauptangeklagten. Er wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Der Richter betonte den Maulkorb- und Leinenzwang für die Tiere. Beide Hunde werden eingezogen, so das Urteil. Neben dem Hauptangeklagten 17-Jährigen stand auch Marvin B. (22) wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung vor Gericht.

Der 15-jährige Nino war am 10. Juni mit dem Fahrrad an Marvin B. und Berke C. vorbeigefahren. Angeblich provozierte er die jungen Männer, die daraufhin die nicht angeleinten maulkorblosen Hunde auf ihn hetzten. Die beiden filmten den Angriff mit dem Handy. Wegen seiner schweren, zuerst sogar lebensgefährlichen Verletzungen im Gesicht kam Nino nach der Attacke in eine Spezialklinik. "Ich war fast 14 Tage im Krankenhaus. Meine Nasenspitze war ab", so Nino in seiner Aussage.

Richter zu Angeklagtem: „Widerwärtiges Verhalten“

Dass ein Foto vom verletzten Opfer gemacht wurde, bezeichnete der Richter als "widerwärtiges Verhalten". Der Täter habe "erhebliche Erziehungsmängel" und ihm fehle die Fähigkeit, sich in die Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen. Der Richter habe Berke C. empfohlen, im Gefängnis einen Schulabschluss zu machen, berichtet die RTL-Reporterin aus dem Saal. "Es liegt an Ihnen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei", so der Richter. Die Familie des Haupttäters und seines Bruders, der der Besitzer der Hunde ist, hat 10.000 Euro an Ninos Familie gezahlt.