Nach Insolvenzantrag: Was wird aus den Burger-King-Filialen von Yi-Ko?

11. Dezember 2014 - 15:25 Uhr

Erste Gespräche für Burger-King-Filialen konstruktiv

Tiefschlag mitten in der Vorweihnachtszeit: Die 3.000 Beschäftigten der geschlossenen Burger-King-Filialen haben vergeblich auf eine Einigung zwischen ihrem Arbeitgeber und der Fast-Food-Kette gehofft. Nach dem Insolvenzantrag für die Betreibergesellschaft der Schnellrestaurants ist unklar, wie es für sie weitergeht und wann sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können.

Nach Insolvenzantrag: Was wird aus Burger-King-Filialen von Yi-Ko?
Nach Insolvenz: Erste Gespräche für die geschlosssenen Burger-King-Filialen verliefen konstruktiv.
© dpa, Andreas Gebert

Der vorläufige Insolvenzverwalter Marc Odebrecht hat erste Gespräche mit der Fast-Food-Kette geführt. "Alles verlief konstruktiv, alle haben guten Willen bekundet", sagte ein Sprecher. An der Telefonrunde hätten neben dem Team von Odebrecht auch Berater und Verantwortliche von Burger King teilgenommen. Oberstes Ziel sei, die Filialen so schnell wie möglich wieder öffnen zu können, ein Termin dafür sei aber noch nicht absehbar. Burger King hatte dem Franchisenehmer Yi-Ko im November fristlos gekündigt und dies unter anderem mit Vertragsverstößen begründet. Dabei ließ die Fast-Food-Kette die Nutzung von Marke, Produktnamen und Firmenlogo verbieten und belieferte die Restaurants auch nicht mehr mit Waren.

Bereits Ende April hatte die RTL-Enthüllungs-Reportage 'Team Wallraff – Reporter Undercover' in mehreren Filialen des ehemaligen Yi-Ko-Miteigentümers Ergün Yildiz unzumutbare Hygiene- und Arbeitsbedingungen aufgedeckt. Ein in mehreren Restaurants eingeschleuster Undercover-Reporter hatte mit versteckter Kamera u.a. gravierende Verstöße gegen die Burger-King-eigenen Richtlinien und gegen die Lebensmittelverordnung dokumentiert. Nach Ausstrahlung der Sendung hatte Burger King umfangreiche Verbesserungen der Missstände öffentlichkeitswirksam angekündigt. Zudem war Yildiz als Geschäftsführer der Yi-Ko Holding GmbH zurückgetreten.

'Team Wallraff'-Recherchen zeigen: Hygienemängel blieben

Doch auch danach änderte sich offenbar nur wenig. Erneute Undercover-Recherchen des 'Team Wallraff' zeigten unverändertes Bild: Hygienemängel in der Küche, Umetikettierungen von Lebensmitteln, Schikane von Mitarbeitern. Burger King gab dann nach einem Verhandlungsmarathon am Mittwoch bekannt, dass die Gespräche mit Yi-Ko über einen Weiterbetrieb der Restaurants ergebnislos verlaufen seien. Die Burger King GmbH als Betreibergesellschaft der geschlossenen Filialen stellte daraufhin Insolvenzantrag beim Amtsgericht Stade.

Schon seit der fristlosen Kündigung durch die Fast-Food-Kette im November leben die Beschäftigten zwischen Hoffen und Bangen. Viele kamen trotz der Zwangspause in den vergangenen Wochen täglich in die Filialen, um ihre Einsatzbereitschaft zu demonstrieren. Wo sonst Hamburger gebrutzelt und Pommes frittiert werden, stand Putzen und Aufräumen auf dem Tagesprogramm - oder einfach nur die Arbeitszeit absitzen. Doch je länger die Hängepartie dauerte, desto mehr sei der Druck bei den Beschäftigten gewachsen, sagt der Gastronomie-Experte Guido Zeitler von der Gewerkschaft NGG. "Das ist jetzt natürlich eine harte Landung, weil nach der Hoffnung auch die Unsicherheit wieder größer geworden ist."

Zumal die eigentlich in diesen Tagen fälligen Löhne und Gehälter der Restaurant-Beschäftigten bisher ausgeblieben seien. Auch wenn sie nun Insolvenzgeld bekommen, sei das nur ein schwacher Trost, sagt Zeitler: Es dürfte eine Weile dauern, bis die Zahlungen fließen, und das, wo die Löhne und Gehälter in der Branche ohnehin nicht gerade üppig seien.