Nach Hurrikan 'Irma': Elf Tote in den USA - Florida Keys für Wochen nicht erreichbar

12. September 2017 - 19:19 Uhr

Wirbelsturm 'Irma' hat sich über dem US-Festland abgeschwächt und wird nur noch als Tropisches Tief geführt. Elf Menschen kostete der Hurrikan in den USA zuvor das Leben. Jetzt drohen überflutete und unterspülte Straßen, abgerissene Stromkabel und weiterhin beachtliche Regenmengen.

Das große Aufräumen hat begonnen

Nachdem der Sturm den US-Bundesstaat Florida hinter sich gelassen hatte, bewegte sich 'Irma' in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) an der Grenze der Bundesstaaten Alabama und Georgia nach Nordwesten. Bis zum Abend könnte sich das Tief auflösen. 'Irma' schwächte sich am Montagabend bereits zu einem tropischen Tief ab, brachte aber weiterhin starken Regen, heftigen Wind und Überschwemmungen in den Bundesstaaten Georgia und South Carolina.

In Florida haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Nach und nach wird das Ausmaß der Schäden sichtbar. Der Sturm riss in vielen Teilen Floridas Hausdächer herab und kappte Stromleitungen. 6,2 Millionen Haushalte waren nach Behördenangaben ohne Strom – das sind fast 60 Prozent aller Stromanschlüsse in Florida.

In Miami gingen die Sturmfluten in den Küstengebieten langsam zurück. Trotzdem besteht Gefahr durch Überschwemmungen. Jacksonville, mit rund 880.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundesstaats, stand unter Wasser. Die Pegelstände erreichten Rekordhöhen. Die Behörden versprachen, so schnell wie möglich die Strom- und Trinkwasserversorgung wieder herzustellen. In manchen Gebieten könnte dies aber Wochen dauern.

Floridas Gouverneur Rick Scott sagte: "Wir wollen allen helfen, so schnell wie möglich wieder zum normalen Leben zurückzukehren." Das werde gleichwohl einige Zeit dauern, seien die Schäden mancherorts doch sehr groß. Das Rote Kreuz warnte vor den Gefahren durch überflutete und unterspülte Straßen sowie abgerissene Stromkabel.

Nicht alle nehmen 'Irma' ernst - Galgenhumor auf amerikanisch

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Einige Gegenden in der Karibik jetzt unbewohnbar

'Irma' war am vergangenen Mittwoch erstmals auf der kleinen Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Er war der stärkste jemals über dem Atlantik entstandene Hurrikan. Kein Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen erzeugte über einen so langen Zeitraum Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern. Einige Gegenden in der Karibik wurden so schwer zerstört, dass sie als unbewohnbar gelten.

Auch auf den Florida Keys boten sich Bilder massiver Verwüstung. Die Inseln waren von der Außenwelt abgeschnitten, Telefon- und Internetverbindungen unterbrochen. Zerstörte Häuser lösten sich von ihren Fundamenten, Boote wurden aufs Land gespült, Bäume waren eingeknickt. Die Inselgruppe vor der Südspitze Floridas war am Sonntagmorgen (Ortszeit) direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Das Weiße Haus rechnete damit, dass geflohene Bewohner möglicherweise über Wochen nicht zurückkehren können. Es werde dauern, bis sich die Gegend von dem Sturm erholt habe, sagte der Heimatschutzberater des Weißen Hauses, Tom Bossert.

Noch schlimmer wütete der schlimmste Hurrikan, der je gemessen wurde, in der Karibik: Hier starben 43 Menschen.