Nach "Hinrichtung" in Berlin: Rocker-Prozess gegen elf Angeklagte beginnt

Die Mutter des getöteten 26-Jährigen weint beim Prozessauftakt.
Die Mutter des getöteten 26-Jährigen weint beim Prozessauftakt.
© dpa, Matthias Balk

05. November 2014 - 8:09 Uhr

Tat geschah vor laufender Überwachungskamera

In einem der bisher spektakulärsten Rocker-Prozesse in Berlin müssen sich elf Angeklagte wegen Mordes verantworten. Polizei und Justiz sicherten mit einem Großaufgebot die Verhandlung im Berliner Landgericht. Die angeklagten Rocker saßen hinter Panzerglas-Scheiben. Zehn von ihnen gelten als Angehörige der Hells Angels.

Den Männern im Alter von 25 bis 38 Jahren wird ein Mord aus Rache in einem Wettbüro im Januar dieses Jahres zur Last gelegt. Ein 30-jähriger Rocker-Boss soll den Anschlag in Auftrag gegeben haben. Die Tat geschah vor laufender Überwachungskamera, Ermittler sprachen von einer Hinrichtung. Das 26-jährige Opfer wurde in wenigen Sekunden von sechs Schüssen getroffen.

Mit dem Mord wollten die Rocker laut Anklage ihren Führungsanspruch unterstreichen. Zuvor war bei einer Schlägerei ein Angehöriger der Hells Angels verletzt worden. Einer der Angeklagten soll gegen seine ehemaligen Gefährten ausgesagt haben - er gilt als Kronzeuge. Es wird mit einem langwierigen Verfahren gerechnet

Termine sind bereits bis April 2015 geplant. Am Dienstag waren 24 Anwälte als Verteidiger im Saal. Vor der Tat war es zu einer Polizeipanne gekommen, wie später bekannt wurde: Beamte warnten das spätere Opfer nicht, obwohl sie wussten, dass der Mann verfolgt wurde.