2018 M10 29 - 11:22 Uhr

Bayer-Boss knöpft sich Moderator Wasserziehr vor

Dass Rudi Völler gerne mal gegen Moderatoren austeilt, ist spätestens seit seiner legendären "Weizenbier-Waldi" Schelte gegen Waldemar Hartmann hinlänglich bekannt. Nach Bayer Leverkusens 6:2-Gala gegen Werder Bremen geriet nun Sky-Moderator Patrick Wasserziehr ins Visier des Ex-Bundestrainers.

Trainer Herrlich vor laufender Kamera "vorgeführt"

Völler weckte zu Beginn seiner rund dreiminütigen Wasserziehr-Schelte kurzzeitig Erinnerungen an Bayerns irre Pressekonferenz, als FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge Artikel 1 des Grundgesetzes zitierte. "Dass man kritische Fragen stellen muss - ich will ja jetzt nicht an die Menschenwürde rangehen, das mache ich nicht -, das gehört zum Geschäft dazu. Aber ich finde es unsäglich, wie ein Mann, der gerade 6:2 gewonnen hat, mit einer überragenden taktischen Leistung und mit tollem Fußball, in der Sendung so vorgeführt wird. Das ist unglaublich für mich", polterte Bayers Boss.

"Was da abgelaufen ist, das ist eine große Sauerei!“

Völler ging es gehörig gegen den Strich, dass Bayer-Coach Heiko Herrlich im Live-Interview bei Sky nach dem spektakulären Auswärtssieg in Bremen von Moderator Wasserziehr hartnäckig mit Fragen zu seiner Zukunft bombardiert worden war: "Ich kenne ihn lange, mag und schätze ihn. Aber ich bin heute auch deswegen nicht hin, weil ich es nicht mehr hören kann – Woche für Wochen die gleichen Fragen. Ich fand das unsäglich". Dass es nach Leverkusens schlechten Auftritten der letzten Wochen "etwas Gegenwind" gäbe, sei für Völler "normal, das gehört dazu, aber was bei Sky abgelaufen ist, das ist eine große Sauerei". Als dann doch noch mal die Frage aufkam, ob Trainer Herrlich seinen Posten räumen müsse antwortete der Weltmeister von 1990 klar und deutlich: "Definitiv nein".