Nach Hanau: Polizeiverband gegen schärferes Waffenrecht

Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild
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24. Februar 2020 - 8:40 Uhr

Nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag mit elf Toten in Hanau wendet sich der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, gegen vorschnelle Diskussionen über Verschärfungen im Waffenrecht. Zunächst sollten alle abwarten, was die Ermittler wirklich zu Tage fördern "und vielleicht dann noch mal neu sprechen", sagte er am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Nötig sei dagegen ein stärkeres Durchgreifen gegen Hasskriminalität im Internet. Nutzer sollten in sozialen Netzwerken wie Twitter ihre Identität gegenüber dem Unternehmen offenlegen, verlangte er. Zwar wären sie dann immer noch anonym dort unterwegs, sie könnten aber durch die Polizei nachträglich bei Ermittlungen identifiziert werden.

In der Nacht zum Donnerstag hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Zudem soll der Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

Am Wochenende hatte etwa der frühere Grünen-Chef Jürgen Trittin vorgeschlagen, dass Sportschützen ihre Waffen nicht mehr mit nach Hause nehmen dürfen, sondern im Verein einschließen müssen. Seine Fraktion im Bundestag regt in einem Aktionsplan an, dass Munition nur noch gelagert werden darf, wo auch geschossen werden darf.

Quelle: DPA