Nach Gullydeckel-Attacke auf Lokführer

Polizei sieht keine Hinweise auf Terroranschlag

16. April 2019 - 7:30 Uhr

Kein Terroranschlag

Der Zug fuhr mit voller Wucht gegen den Gullydeckel, der Lokführer kam mit dem Schreck davon. Nach der Attacke auf einen Regionalzug in Nordrhein-Westfalen sind sich die Ermittler einig: Dass die Betonplatte in den Zug einschlug, war Absicht.  Eines haben sie aber schon jetzt ausgeschlossen: "Für einen Terroranschlag gibt es nach aktuellem Stand der Ermittlungen keine Hinweise", sagte ein Polizeisprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Polizei sieht "planmäßiges Handeln"

Die Gullydeckel waren laut Polizei auf Höhe der Fahrerkabine an Seilen an einer Brücke auf der Strecke zwischen Bad Berleburg und Erndtebrück (Nordrhein-Westfalen) festgebunden. Für die Ermittler steht daher fest, dass die Attacke geplant war. Deshalb sei eine Mordkommission eingerichtet worden. "Wir schließen momentan nichts aus", erklärte der Polizeisprecher weiter. Am Tatort würden an diesem Montag noch einmal mehrere Beamte nach Spuren suchen.

Die Zugstrecke führt von Bad Berleburg über Siegen nach Altenkirchen in Rheinland-Pfalz. Der 49-jährige Zugführer habe "instinktiv richtig" gehandelt und deshalb nur leichte Verletzungen erlitten, hieß es. Wegen einer geplanten Leerfahrt waren keine Fahrgäste an Bord.