Überraschende Wendung nach Tat in Mülheim

Nach Gruppenvergewaltigung: Familie des Hauptverdächtigen soll abgeschoben werden

In der Nähe dieses Gebüsches, das am Radschnellweg liegt, soll eine junge Frau von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und sexuell missbraucht worden sein.
© dpa, Roland Weihrauch, rwe gfh

26. September 2019 - 10:44 Uhr

Familie von Georgi S. droht Abschiebung

Georgi S. ist 14 - und soll mit Freunden eine 18 Jahre alte Frau vergewaltigt haben. Der Fall aus Mülheim (NRW) hat im Sommer 2019 Schlagzeilen gemacht. Das liegt nicht allein an der schrecklichen Tat. Sondern auch daran, dass Georgi S. und seine Familie aus Bulgarien kommen. Denn deshalb hat die Stadt Mülheim schon kurz nach der Tat ausgelotet, ob man die Familie des Tatverdächtigen abschieben kann. Und das, obwohl Bulgarien in der Europäischen Union liegt.

Die Antwort damals: Eine Ausweisung ist unmöglich, wenn die Familie von Georgi S. in Deutschland arbeitet. Sein Vater legte sogar einen Arbeitsvertrag vor. Doch jetzt hat die Stadt Mülheim herausgefunden, dass er ihn gefakt haben könnte!

Vater machte falsche Angaben

Stadtsprecher Volker Wiebels erzählte jetzt, dass der Vater des Hauptverdächtigen Georgi S. falsche Angaben zu seinem Arbeitsstatus gemacht habe. "Der Arbeitsvertrag von Zarko S. war offensichtlich gefälscht", das berichtet Wiebels im Gespräch mit RTL.

Vier Tage nach der Vergewaltigung, für die sein Sohn hauptverantwortlich sein soll, hatte Zarko S. ein Arbeitspapier eines Grill-Imbisses vorgelegt. Nach Recherchen der Mülheimer Ausländerbehörde stellte sich jedoch heraus, dass der Eigentümer weder den Vater noch den Arbeitsvertrag kannte. Auch Gehalt soll nicht geflossen sein.

Hauptverdächtiger könnte Deutschland auch verlassen

Laut Stadtsprecher Wiebels wurde umgehend der Zoll eingeschaltet. Da die Ausweisung die gesamte Familie betreffen würde, könnte auch der Hauptverdächtige Georgi S. selbst zurück nach Bulgarien abgeschoben werden.

Am Ende dieser Woche soll nun die "Anordnung auf Ausweisung" erfolgen. Die Familie darf Einspruch einlegen, bevor sie dann vier bis sechs Wochen zur Ausreise habe.

Wichtig: Die Ermittlungen richten sich nur gegen die Familie des mutmaßlichen Hauptverdächtigen. Die Angehörigen der anderen Verdächtigen sind nicht Teil der Maßnahme.