Nach Gruppenvergewaltigung in Freiburg: AfD-Demonstrationszug und Gegendemo geplant

Tat befeuert Debatte um straffällige Flüchtlinge

Mindestens acht Männer haben mutmaßlich ein 18-jähriges Mädchen nach einem Clubbesuch vergewaltigt , eventuell waren sogar noch mehr an der Tat beteiligt. Sieben Syrer und ein Deutscher wurden verhaftet . Der schreckliche Vorfall befeuert erneut die Debatte um straffällige Flüchtlinge. In Freiburg sind mehrere Demonstrationen aus diesem Anlass geplant.

AfD-Demo und Gegendemo in Freiburger Innenstadt geplant

​Während die rechtspopulistische AfD für Montagabend zu einer Versammlung aufrief, wollen Gegendemonstranten vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens warnen. Der Demonstrationszug der AfD am Martinsplatz wurde laut Freiburger Polizei vom baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten Stefan Räpple angemeldet.

Unter dem Motto "Nein zu sexueller Gewalt! Nein zu jeglicher Gewalt! Nein zu Stigmatisierung!" soll gleichzeitig eine Gegendemonstration in unmittelbarer Nähe stattfinden. Diese soll unter der Führung von Sebastian Müller, Grünen-Politiker und ehemaliger Freiburger Stadtrat, am Bertoldsbrunnen starten.

Eine dritte Demonstration konnte die Polizei nicht bestätigen. Die Beamten bestätigten aber auf Nachfrage, mit einem "realistischen Kräfteeinsatz" vor Ort sein zu wollen, um eine Eskalation der Lage zu verhindern.

Oberbürgermeister Horn fordert Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität

Martin Horn, OB Freiburg
Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn stellt sich entschieden gegen die Instrumentalisierung der Taten.
RTL

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn zeigte sich im RTL-Interview bestürzt über die Gruppenvergewaltigung. "Wir sind tief erschüttert über dieses grausame Verbrechen", erklärte Horn. Jetzt gelte es zu überlegen, wie man Freiburg noch sicherer gestalten könne. Man setze hier auf Unterstützung aus dem Land, unter anderem durch mehr Polizei, so Horn.

Er kritisierte außerdem den Umgang mit dem Thema in den sozialen Medien. "In Freiburg gibt es keinen Raum für Straftäter und für solche Straftaten, in Freiburg gibt es aber auch keinen Raum für Menschen, die solche Straftaten politisch instrumentalisieren." Er selbst hat nach eigenen Angaben mit viel Hetze und Anfeindungen gegen seine Person und auch seine Familie zu kämpfen.

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Boris Palmer fordert "sichere Einrichtungen" für Flüchtlinge

Der Ton in den sozialen Netzwerken ist rau, die Gruppenvergewaltigung sorgt für großes Empören. AfD-Bundesprecher Jörg Meuthen verlangte auf Twitter nach einer "Ausgangssperre für Asylbewerber".

Boris Palmer, Bürgermeister der Stadt Tübingen, forderte auf Facebook einen weitgehenden Entzug der Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge. Eine Lösung seien "sichere Landeseinrichtungen" für Asylbewerber, die wiederholt Gewaltbereitschaft zeigten. Diese Landeseinrichtungen sollten sich laut Palmer nicht in Städten, sondern auf dem Land befinden und keine nächtliche Anbindung an den ÖPNV haben. Geldleistungen sollten laut Palmer auf ein Minimum reduziert, die Sachleistungen nur vor Ort ausgegeben werden.

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Dunja Hayali warnt vor Instrumentalisierung

Die Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali stellte sich in einem Facebook-Post gegen die Instrumentalisierung von Straftaten wie der in Freiburg. Außerdem warnte sie vor dem harschen Ton in den sozialen Netzwerken.

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"Schaut man durch die Kommentare unter den Berichterstattungen, interessiert das Opfer in den meisten Fällen aber wohl (fast) niemanden und wenn, dann wird es oft auch noch zu eigenen Zwecken instrumentalisiert." Gleichzeitig forderte sie schnellere Abschiebeverfahren und Konsequenzen für die Gruppenvergewaltigung.