21. Oktober 2016 - 15:03 Uhr

Urteil zu milde?

Mit so einem milden Urteil hat wohl keiner gerechnet. Nachdem eine Gruppe Jugendlicher ein 14-jähriges Mädchen in Hamburg vergewaltigt und leicht bekleidet bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ausgesetzt hatte, fiel nun das Urteil des Landgerichtes. Lediglich der 21-jährige Haupttäter erhält vier Jahre Freiheitsstrafe. Die drei jüngeren Mittäter wurden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt und kommen auf Bewährung frei. Eine 15-Jährige, die das Geschehen mit dem Handy filmte, bekam ein Jahr auf Bewährung.

Es war eine grausame Tat, die sich am 11. Februar 2016 in Hamburg-Harburg zwischen einem 14-jährigen Mädchen und einer Gruppe Jugendlicher abspielte. Nachdem die Teenager das Mädchen betrunken gemacht hatten, wurde sie sexuell von ihnen missbraucht. Anschließend legten die jungen Männer das besinnungslose Opfer bei eisiger Kälte in einem Hinterhof ab.

Die Staatsanwaltschaft warf den Jugendlichen sexuellen Missbrauch Widerstandsunfähiger, sowie gefährliche Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung vor. Anfangs war sogar die Rede von versuchtem Mord gewesen. Dieser Tatverdacht wurde hinterher jedoch abgemildert.

Schon beim Prozessauftakt verhielten sich die Täter respektlos

Bereits am ersten Prozesstag fehlte bei den Tätern jegliches Anzeichen von Reue. Sie und auch ihre Verwandten lachten sogar über die Vorwürfe, die man ihnen im Fall der Vergewaltigung machte. Ein Mädchen aus der Familie eines Angeklagten ging sogar noch weiter – sie bezeichnete die Vorwürfe der Vergewaltigung als haltlos und behauptete, das Opfer sei selbst schuld an der Tat.

Über so ein respektloses Verhalten vor Gericht war sogar der Verteidiger der vier angeklagten Männer mehr als schockiert. Schon damals war er sich sicher, dass die "die Angeklagten die Tat begangen haben, so wie es in der Anklageschrift steht".