Nach Giftanschlag auf Sergej Skripal: Russland will britische Diplomaten ausweisen

15. März 2018 - 16:34 Uhr

Ton zwischen Großbritannien und Russland wird schärfer

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal im südenglischen Salisbury wird der Ton zwischen der britischen und russischen Regierung immer schärfer. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat der russische Außenminister Lawrow angekündigt, britische Diplomaten aus Russland auszuweisen.

Russlands Antwort auf britische Sanktionen

Zuvor hatte die britische Regierung am Mittwoch 23 russische Diplomaten des Landes verwiesen; sie müssen Großbritannien innerhalb einer Woche verlassen. Großbritannien verdächtigt Russland, am Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter beteiligt gewesen zu sein. Russland weist die Anschuldigungen zurück; sie seien durch nichts gedeckt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Sergej Lawrow nannte das Vorgehen Londons "empörend", betonte aber, Russland wolle eine Konfrontation mit dem Westen vermeiden.

Eskaliert jetzt der Streit zwischen Russland und Großbritannien? Wir haben eine Russland-Kennerin und einen Ex-Geheimagenten gefragt. Wie sie die Situation einschätzen, erfahren Sie im Video.

Großbritannien lässt Soldaten impfen

Nach Frankreich haben sich auch Deutschland und die USA hinter Großbritannien gestellt. Die Länder verlangen von Moskau, die Ereignisse um den Giftanschlag auf Sergej Skripal aufzuklären. "Es handelt sich um einen Übergriff gegen die Souveränität des Vereinigten Königreichs", erklärten die Staats- und Regierungschefs aller vier Länder gemeinsam. "Ein solches Vorgehen verletzt eindeutig die Bestimmungen des Chemiewaffenübereinkommens und das Völkerrecht."

Das britische Verteidigungsministerium kündigte an, tausende Soldaten gegen Anthrax (auch Milzbrand genannt) impfen zu lassen. Anthrax-Erreger könnten als Biowaffen eingesetzt werden.