Außenminister der EU-Staaten einigten sich

Nach Giftanschlag auf Nawalny: EU bringt neue Sanktionen gegen Russland auf den Weg

Charité entlässt Kremlkritiker Nawalny
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12. Oktober 2020 - 14:41 Uhr

EU-Außenministertreffen in Luxemburg

Neue Sanktionen für Russland: Darauf haben sich die EU-Außenminister bei einem Treffen in Luxemburg geeinigt. Nach dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny haben die Außenminister der EU-Mitglieder laut mehreren Diplomaten beschlossen, die Vorbereitungen für neue Sanktionen zu beginnen.

Russland: Keine Aufklärung im Fall Nawalny

Deutschland und Frankreich hatten zuvor gemeinsam EU-Strafmaßnahmen wegen des Anschlags mit einem militärischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vorgeschlagen. Sie begründeten den Schritt damit, dass Russland Aufforderungen zu einer lückenlosen Aufklärung der Tat bislang nicht nachgekommen sei.

Bislang sei von Russland keine glaubhafte Erklärung zu dem grausamen Mordversuch geliefert worden, hatte es in einer Erklärung geheißen. Daher sei man der Ansicht, "dass es keine andere plausible Erklärung für die Vergiftung von Herrn Nawalny gibt als eine russische Beteiligung und Verantwortung".

Alexey Nawalny

Der russische Kreml-Kritiker Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Nach einer Notlandung in der sibirischen Stadt Omsk wurde er auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt. Der 44-Jährige hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen, ist aber noch nicht vollständig genesen und macht in der deutschen Hauptstadt eine Reha-Maßnahme.

Nawalny vermutet, dass der russische Staat hinter dem Giftanschlag auf ihn steckt. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nawalnys erstes Interview vor TV-Kameras seit seiner Entlassung aus der Charité sehen Sie hier.