Zahl erneut gestiegen

Die meisten Abschiebungen aus Deutschland scheitern

Abschiebeflug
Abschiebeflug
© dpa, Michael Kappeler, mkx axs jai wok jol jai

11. Februar 2020 - 10:56 Uhr

32.000 Abschiebungen wurden nach gescheiterten Asylanträgen abgesagt

Die Bilanz ist negativ, meistens klappt es nicht: Der Anteil der gescheiterten Abschiebungen ist 2019 noch einmal gestiegen. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 31.974 von 57.005 Rückführungen abgesagt. 

Übersicht Rückführungen aus Deutschland 2019

  • geplant: 57.005
  • erfolgreich: 25.031
  • gescheitert: 31.974

3.000 Fälle scheitern wegen Widerstand der Betroffenen oder Weigerung von Piloten

Eine Justizbeamtin öffnet eine Durchgangstür, die zu einem Gebäude der Abschiebehafteinrichtung in Darmstadt führt. Foto: Arne Dedert/Archiv
Abschiebegefängnis in Darmstadt
© deutsche presse agentur

25.031 Abschiebungen und Rücküberstellungen in das für das Asylverfahren zuständige EU-Land waren erfolgreich.  In 29.029 Fällen scheiterte es im vergangenen Jahr daran, dass die angekündigten Personen von den Landesbehörden nicht an die Bundespolizei übergeben wurden.

Weitere 2.945 Rücküberstellungen mussten abgebrochen werden, weil die betroffene Person Widerstand leistete oder sich der Pilot weigerte, sie mitzunehmen. Zum Vergleich: 2018 sollten ebenfalls rund 57.000 Menschen aus Deutschland abgeschoben werden. Damals war dies in rund 26.000 Fällen gelungen.

Ein Grund für die hohe Zahl der gescheiterten Abschiebungen ist aus Sicht des Bundesinnenministeriums die zu geringe Zahl an Abschiebehaftplätzen. Von der im vergangenen Jahr geschaffenen Möglichkeit, Abschiebehaftplätze vorübergehend auch - räumlich getrennt - in Justizvollzugsanstalten zu schaffen, machen die meisten Bundesländer keinen Gebrauch.