Nach Gerichtstermin: Mutmaßlicher Kölner Silvester-Täter abgetaucht

Nach der Kölner Silvesternacht ist der Polizei offenbar einer der mutmaßlichen Täter entwischt.
Nach der Kölner Silvesternacht ist der Polizei offenbar einer der mutmaßlichen Täter entwischt.
© dpa, Markus Boehm

23. Februar 2016 - 14:32 Uhr

Gesuchter wohl unterwegs nach Italien

Ein mutmaßlicher Täter aus der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof ist offenbar der Polizei entwischt - obwohl er sich erst kürzlich noch vor dem Kölner Amtsgericht verantworten musste. Der 19 Jahre alte Marokkaner sei von einem Opfer auf einem Foto wiedererkannt worden, berichtet 'Spiegel-Online'. Die Frau gab an, von mehreren Männern umringt und begrapscht worden zu sein. Als die Polizei ihn in einem Flüchtlingsheim festnehmen wollte, war dieser aber offenbar schon auf dem Weg Richtung Italien.

Zuvor war der Mann vom Kölner Amtsgericht gemeinsam mit seinem Komplizen zu einer Woche Arrest verurteilt worden, weil er Anfang Januar am Hauptbahnhof ein Handy gestohlen hatte. "Wir bitten um Vergebung", sollen die beiden noch zur Richterin gesagt haben. Obwohl er sich bei der Verhandlung noch reumütig gab, sei der 19-Jährige kurz darauf wieder mehrfach straffällig geworden. In Aachen wurde er zweimal bei Ladendiebstählen erwischt. Zudem meldete sich ein Opfer, das ihn als Trickdieb wiedererkannt haben wollte. Schließlich erkannte die Studentin ihn und sieben weitere Männer aus der Silvesternacht wieder.

Bei entsprechenden Razzien in der vergangenen Woche konnte die Polizei allerdings nur einen der Verdächtigen dort antreffen, wo er gemeldet war. Auch der Gesuchte war nicht in der Asylbewerberunterkunft in Würselen bei Aachen, wo er gemeldet war. Dort hatte er laut Bericht wegen Gewaltausbrüchen und Drogenkonsum seit einigen Wochen Hausverbot. Seither sei er unter anderem Namen in einem Heim in etwa fünf Kilometern Entfernung untergekommen. Doch auch dort war keine Spur von dem jungen Mann. Er soll sich nach Angaben eines ehemaligen Mitbewohners nach Italien abgesetzt haben.