Nach G20-Krawallen in Hamburg: So sollen die Randalierer gefasst werden

20. Juli 2017 - 13:13 Uhr

Nach G20: Eine Stadt atmet auf

Anwohner und die Polizei atmen auf: Der G20-Gipfel in Hamburg ist überstanden. Die erschreckenden Bilder vom Wochenende sitzen aber vielen noch in den Knochen. Eine Frage aber bleibt: Kommen die Randalierer nun ungestraft davon?

Fast 500 verletzte Beamte, nur knapp 200 Festnahmen

G20 Gipfel in Hamburg: Ausschreitungen bei Protesten von G20-Gegnern im Hamburger Schanzenviertel Hamburg, 7. Juli 2017 - Proteste am Rande des G20 Gipfels, der am 7. und 8. Juli in den Hamburger Messehallen stattfindet. Zahlreiche Straßenblockaden b
G20-Gipfel in Hamburg: Die Ausschreitungen bei Protesten von G20-Gegnern im Hamburger Schanzenviertel haben die ganze Stadt verwüstet.
© imago/xim.gs, xim.gs, imago stock&people

Es flogen Flaschen, Feuerwerkskörper, Molotov-Cocktails - in der Nacht von Freitag auf Samstag bestand für viele Beamten Lebensgefahr. Außerdem entstanden hiesige Sachschäden, dazu gab es massive Plünderungen. Die gewaltbereiten G20-Demonstranten und Anhänger des schwarzen Blocks beherrschten stundenlang die Straßen Hamburgs – allen voran: das Schanzenviertel. Erst ein Sondereinsatzkommando konnte die Lage unter Kontrolle bringen. Nun müssen die Randalierer zur Rechenschaft gezogen werden – doch das stellt sich als schwierig dar.

Die Randalierer zu identifizieren ist nur schwer möglich: Unter ihrer schwarzen Kluft trugen sie ganz normale Straßenkleidung. Das ist ein zentraler Punkt ihrer Masche, erklärt Einsatzleiter Helmut Dudde: "Die Kleingruppen waren schwer zu fassen, weil das Thema Umziehen für sie eine zentrale Rolle spielte." Sobald sie sich die schwarze Kluft abstreiften, sahen die Randalierer aus wie normale Bürger.

Um die Gewaltbereiten zu identifizieren, ruft die Polizei nun dazu auf, private Videos und Fotos der Randalen einzureichen. Sie erhoffen sich davon, durch das Filmmaterial Steinewerfer und Brandstifter und Co. an Gesichtern zu erkennen und weitere Kriminelle festzunehmen.

Auf der Website www.hh.hinweisportal.de können Sie Hinweise hochladen oder sich an die nächste Polizeidienststelle wenden. Die Ermittler versichern, dass alle Daten anonym behandelt werden.

Zusammenhalt in Hamburg: Gemeinsam wird die Stadt aufgeräumt

Teilnehmer eines Aufräumaktion putzen am 09.07.2017 das Schulterblatt im Schanzenviertel in Hamburg. Im Hintergrund ist die Filiale der Drogeriekette Budnikowsky zu sehen, die in der Nacht zum 8. Juli geplündert und verwüstet wurde. Eine Hamburgerin
Nach G20-Gipfel : Einwohner machen mit bei der Aktion "Hamburg räumt auf".
© dpa, Bodo Marks, bom vge

Nach den Krawallen haben sich viele Bürger in der Stadt versammelt um das Chaos von Schutt zu beseitigen. Die einen putzen oder räumen auf, die anderen verteilen Getränke und Essen – die Hamburger halten zusammen, um ihre Stadt wieder auf die Beine zu stellen. Im Video können Sie sich ansehen, wie eine Stadt nach den Chaostagen endlich wieder zusammenwächst.