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Nach fünf Jahren Amtszeit: Großer Zapfenstreich für Präsident Gauck

Nach fünf Jahren Amtszeit: Großer Zapfenstreich für Präsident Gauck

Großer Zapfenstreich für Präsident Joachim Gauck

Am Freitagabend ist Bundespräsident Gauck in Berlin mit dem traditionellen Zapfenstreich verabschiedet worden. Rund 600 Gäste waren im Garten von Schloss Bellevue dabei, als nach fünf Jahren Gaucks Amtszeit offiziell zu Ende ging.

Gauck wünschte sich den Titel 'Über sieben Brücken musst du geh'n'

Traditionell durfte sich das scheidende Staatsoberhaupt drei Titel wünschen, die der Musikkorps der Bundeswehr spielte. Darunter das Kirchenlied 'Eine feste Burg ist unser Gott', das Volkslied 'Freiheit, die ich meine' und der DDR-Hit 'Sieben Brücken', Lieder über Optimismus und Freiheit. Letzteres rührte ihn bereits in der Bonner Villa Hammerschmitd im September 2016 schon zu Tränen.

Mit dabei waren unter anderem Sigmar Gabriel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Innenminister Thomas de Maizière und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller. Kanzlerin Angela Merkel war wegen ihres Trump-Besuchs in den USA verhindert.

stefan-zeitz.de, 17.03.2017, Berlin, Deutschland, GER, Schloss Bellevue, Grosser Zapfenstreich zur Verabschiedung Bundespräsident Joachim Gauck aus seinen Amt.Stefan Zeitz de 17 03 2017 Berlin Germany ger Castle Bellevue grand Curfew to Adoption Fede
Großer Zapfenstreich im Park des Schloss Bellevue.
imago stock&people, imago/Stefan Zeitz

Der Große Zapfenstreich ist ein altmodisches und beinah bizarres militärisches Zeremoniell. Angemessen erschien es jedoch an diesem Abend auch deshalb, weil Gauck in seiner Amtszeit ein besonders gutes und enges Verhältnis zur Bundeswehr gepflegt hat. Gleich zu Beginn besuchte er die Führungsakademie in Hamburg, dann deutsche Soldaten in Afghanistan, in Mali und der Türkei.

Freiheit, Verantwortung, christliche Werte - das waren Schlüsselbegriffe der fünf Jahre Gauck. Am Ende geht er, Arm in Arm mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt, noch einmal langsam den Weg vom Park zurück ins Schloss. Harmonie prägte den Abend: Kein Vergleich zu 2012, als Demonstranten mit Trillerpfeifen, Tröten und Vuvuzelas Christian Wulff den Abschied vom höchsten Staatsamt vermiesten. Sein Rücktritt machte damals den Weg frei für Gauck.

Joachim Gauck scheidet offiziell am Samstag aus dem Amt und übergibt die Geschäfte am Sonntag an Frank-Walter Steinmeier (61). Er wird am Mittwoch vereidigt. Der frühere Außenminister ist der 12. Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Gauck (77) hatte auf eine zweite Amtszeit verzichtet.