Nach Freispruch von Ulvi Kulac: Peggys Mutter geht nicht in Revision

14. Juli 2016 - 8:55 Uhr

Susanne K. kann das Urteil akzeptieren

Nach dem Freispruch für Ulvi Kulac hätte Peggys Mutter in Revision gehen können. Doch das wird sie nicht tun. Das sagte sie RTL. Der Freispruch des 36-Jährigen sei für sie nicht überraschend gekommen, so Susanne K.. Sie könne das Urteil akzeptieren, sagte die 41 Jahre alte Frau aus Halle in Sachsen-Anhalt. "Ich stehe jetzt aber vor dem Nichts." Das Landgericht Bayreuth hatte zuvor die frühere Verurteilung von Kulac wegen Mordes an Peggy aufgehoben.

Peggy
Ulvi Kulac nach der Urteilsverkündung
© dpa, David Ebener

Peggy wird seit dem 7. Mai 2001 vermisst, eine Leiche der damals neun Jahre alten Schülerin wurde trotz vieler Suchaktionen nie gefunden. Als ihr Mörder wurde im April 2004 Ulvi Kulac in einem Indizienprozess zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der Fall musste in Bayreuth neu aufgerollt werden, weil das damalige Geständnis von Kulac der vermuteten Tatversion der Polizei auffällig ähnlich war. Außerdem hatte ein Belastungszeuge zugegeben, in dem ersten Prozess falsch ausgesagt zu haben.

Wie geht es nun weiter?

"Derzeit ermittelt die Polizei gegen drei Tatverdächtige, darunter der Verurteilte Sexualstraftäter Holger E., der im Gefängnis sitzt, weil er seine Tochter missbraucht hat. Er hatte regelmäßig Kontakt zu Peggy, trug nach ihrem Verschwinden ein Amulett mit ihrem Bild um den Hals und gab in einem Verhör an, dass es zwischen ihm und Peggy zum 'Austausch von Zärtlichkeiten' gekommen sei.

Desweiteren stand auch sein Halbbruder Jens B. unter Verdacht, der damals im Haus neben der Familie Knobloch wohnte und dessen Alibi sich für den Tag, an dem Peggy verschwand, inzwischen als falsch herausgestellt hat. Doch gegen keinen der Verdächtigen scheint es bislang ausreichende Beweise zu geben, dass sie etwas mit dem Verschwinden von Peggy zu tun haben könnten. Der Fall ist also nach wie vor ungelöst, und die Ermittlungen gehen weiter", erklärt RTL-Reporterin Stefanie Albrecht, die sich seit Jahren sehr intensiv mit dem Fall beschäftigt.

Und was passiert nun mit Kulac? Kommt er frei, oder muss er zurück in die Psychiatrie? "Ulvi Kulac bleibt zunächst weiter im Bezirksklinikum in Bayreuth, wo er seit 2001 wegen einiger Fälle des sexuellen Missbrauchs an Kindern untergebracht ist. Wahrscheinlich hätte er nie so lange dort bleiben müssen, wäre nicht die Verurteilung wegen Mordes dazu gekommen.

Jetzt, da das Urteil von damals aufgehoben ist, soll ein Gutachter prüfen, ob nach 13 Jahren noch eine Gefahr von ihm ausgeht. Sein Anwalt Michael Euler meint dazu, der geistig behinderte Ulvi Kulac habe inzwischen in Therapien gelernt, dass man sich nicht vor Kindern auszieht. Sollte das der Gutachter bestätigen, könnte Ulvi Kulac demnächst entlassen werden. Seine Betreuerin Gudrun Rödel hat bereits einen Platz in einer betreuten Wohngruppe für Menschen mit Behinderung für ihn organisiert", so Albrecht weiter.