Spielberg kommt Ferrari entgegen

Nach Frankreich-Pleite: Vettel hofft auf Highspeedkurs in Österreich

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24. Juni 2019 - 15:51 Uhr

Der Skepsis weicht die Hoffnung

Sebastian Vettel sucht nach der Lehrstunde beim Grand Prix von Frankreich Ruhe und Geborgenheit im Kreis seiner Familie. Bei seiner Gattin Hanna und den beiden Töchtern tankt der viermalige Weltmeister auf seinem Anwesen am Schweizer Ufer des Bodensees neue Kraft - und Hoffnung für den Rest des derzeit aussichtlos erscheinenden Titelkampfes.

In Spielberg winkt Vettels große Chance zum Sieg

Viele Tage bleiben Vettel nicht, um die Klatsche von Le Castellet zu verdauen. Schon am Donnerstag wird der 31-Jährige zum Medientag des nächsten WM-Laufs erwartet. Der findet allerdings nicht ganz so weit entfernt im österreichischen Spielberg statt, vor Mittwochabend muss sich Vettel wohl nicht von seiner kleinen Familie verabschieden.

Daheim am Bodensee werden Vettels Laune und Motivation nicht nur beim Spielen mit den Kindern steigen, sondern auch beim Blick auf das Layout des Red-Bull-Ring: Vorbei die Zeit der vielen engen und langgezogenen Kurven, die seinem Ferrari überhaupt nicht liegen. Stattdessen warten viele lange Geraden, auf denen der SF90 seinen Power-Vorsprung gegenüber Mercedes ausspielen kann.

Weil Vettel der Sieg auf einem ähnlichen Kurs in Kanada zuletzt nur wegen eines hochumstrittenen Urteils entrissen wurde, ist klar: Nach der Frankreich-Klatsche darf sich Vettel in der Steiermark wieder berechtigte Hoffnung auf den ersehnten ersten Saisonerfolg machen, zumindest aber sollte die erdrückende Mercedes-Dominanz eine Pause einlegen.

Rosberg: "Es braucht nur ein Rennen"

Das glaubt auch Nico Rosberg, der Spielberg gar als Chance zur Initialzündung für das WM-Comeback sieht. "Es braucht nur ein Rennen, ein Highlight setzen und schon ist er wieder da. Das kann jetzt schon direkt in Österreich kommen, denn die Strecke müsste dem Auto liegen", sagt der RTL-Experte.

Was macht Ferrari mit seinen Updates?

2019 French GP CIRCUIT PAUL RICARD, FRANCE - JUNE 23: Sebastian Vettel, Ferrari SF90 during the French GP at Circuit Paul Ricard on June 23, 2019 in Circuit Paul Ricard, France. (Photo by Joe Portlock / LAT Images) Images) PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTx
In den Kurven fährt Ferrari weiter hinterher
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Bis zu einem spannenden WM-Kampf ist es allerdings noch ein langer Weg für den seit 16 Rennen sieglosen Vettel. "Wir wollten die Lücke zu Mercedes schließen und haben es nicht geschafft. In dieser Hinsicht sind wir gescheitert", erklärte der Ferrari-Frontmann in Le Castellet. Sein Teamkollege Charles Leclerc, als Dritter immerhin zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium, fügte mit Blick auf die vielen neuen Teile am Boliden so lapidar wie zutreffend an: "Manche haben funktioniert, manche nicht."

Tatsächlich fischt die Scuderia im Trüben, wie man weiter mit dem neuen Front- und Heckflügel oder dem Unterboden verfährt, die in Frankreich ausprobiert wurden. "Wichtig wird sein, die Daten auszuwerten, aber innerhalb einer Woche kann man normalerweise nicht viel machen", meinte Vettel.

Wolff: "Österreicht nicht so gut für uns"

Formula One F1 - Monaco Grand Prix - Circuit de Monaco, Monte Carlo, Monaco - May 23, 2019   Mercedes Executive Director Toto Wolff during practice   REUTERS/Benoit Tessier
Sieht Ferrari in Spielberg im Vorteil: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff
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Entwickelt Ferrari nicht in die falsche Richtung, ist der moralisch so wichtige Sieg in Österreich aber trotz der bekannten Probleme nicht unrealistisch, was auch Toto Wolff von der silbernen Konkurrenz so sieht. "Österreich ist auf dem Papier nicht so gut für uns. Es geht steil den Berg rauf, und es wird heiß sein. Ferrari hat Power und kommt gut mit der Kühlung klar", sagt der Mercedes-Motorsportchef.

Das weiß auch Vettel. Nach der deutlich spürbaren Enttäuschung in Le Castellet wird er wieder voll motiviert nach Spielberg kommen.