Nach dem Feuer im Krefelder Affenhaus

Wie steht es um den Brandschutz in deutschen Zoos?

03. Januar 2020 - 15:19 Uhr

Video: Warum Brandmeldeanlagen in Gehegen schwierig sind

Der Brand in einem Affenhaus im Krefelder Zoo kostete in der Silvesternacht mehr als 30 Tiere das Leben. Nach dieser Tragödie überprüfen andere Zoos ihr bestehendes Sicherheitskonzept. Wenn in einem Affenhaus oder in einem anderen Gehege ein Feuer ausbricht, muss die Fläche evakuiert werden. Doch wie? Bei ungefährlichen Tieren ist das wahrscheinlich kein Problem. Bei Menschenaffen sieht das schon wieder ganz anders aus. Im Video erzählt der Einsatzleiter der Krefelder Polizei, warum vor allem panische Tiere besonders gefährlich für die Menschen werden können.

Zoos in Niedersachsen und Bremen haben Notfallkonzepte

Das Affenhaus im Krefelder Zoo hatte keine Brandmeldeanlage. Nach Angaben des Zoos ist dies nicht vorgeschrieben. Die Zoos in Niedersachsen und Bremen beispielsweise haben nach eigenen Angaben Notfallkonzepte. "Darin werden unter anderem Alarmierungen, die Koordination aller Rettungskräfte bei außergewöhnlichen Vorfällen, mögliche Evakuierungen und die Zusammenarbeit mit der Polizei, den Rettungskräften sowie der Feuerwehr und unserem Sicherheitsdienst geregelt", erklärte etwa die Sprecherin des Zoos Hannover, Simone Hagenmeyer. Ob und in welchen Tiergehegen es Brandmelder gibt, konnte sie zunächst nicht sagen.

Staub oder Tiere könnten Fehlalarme auslösen

In Osnabrück gibt es nur im unterirdischen Zoo ein Brandmeldesystem, das an das Brandmeldesystem des benachbarten Museums angeschlossen ist, wie die Sprecherin berichtete. Ihr zufolge funktionieren Brandmelder in Tiergehegen mitunter nicht zuverlässig, denn Staub oder durchfliegende Tiere könnten Fehlalarme auslösen. "Der Nutzen ist dann nicht mehr gegeben." Aber: "Der Zoo Osnabrück hat nun aber schon angestoßen, dass die Gebäude erneut geprüft werden."

Als Vorkehrung gegen Brände nannte sie, dass die Tierhäuser in Osnabrück überwiegend schwer entflammbare Betonbauten sind. Zudem seien brandsichere Türen verbaut und die Gebäude in einzelne Segmente geteilt. Für den Fall eines Feuers gebe es einen festen Ablaufplan. "Jeder Zoomitarbeiter weiß, was er zu tun hat. Vor Ort haben wir Feuerlöscher, Feuerwehrschläuche und flächendeckend im ganzen Zoo Unterflurhydranten", so die Sprecherin Hanna Räckers.

Zoo in Bremerhaven: Brandmelder nur in Gängen und Räumen für Menschen

Im Zoo in Bremerhaven gibt es Brandmelder nur in Räumen und Gängen, in denen sich Menschen aufhalten. Tiergehege sind dem Tierarzt Bastian Lange zufolge nicht mit Brandmeldern ausgestattet. Warum dies so ist, wisse er nicht. Er vermutete, dass es durch Staubentwicklung und Wasserdampf zu Fehlalarmen komme könnte. "Wir prüfen, ob Brandmelder sinnvoll sein könnten", sagte er. Grundsätzlich gebe es im Zoo am Meer wenig Brandlast. In den Gehegen gebe es viele Felsen, viel Beton, überall Brandschutztüren. Aber: "Man kann nie sicher sein." Auch die Gefahr eines Kurzschlusses bestehe immer. Daher werde das Konzept nun überprüft.