Nach Festnahme von Jaber A.: Union fordert lückenlose Überprüfung von Asylsuchenden

12. Oktober 2016 - 13:43 Uhr

Jaber A. wurde von seinem eigenen Landsmann überwältigt

Jaber A. plante mutmaßlich ein Sprengstoffattentat auf einen der Berliner Flughäfen. Er konnte dank des ebenfalls aus Syrien stammenden Flüchtlings Mohamed A. und seiner Freunde gerade noch rechtzeitig gefasst werden. Aktuell sitzt er in Untersuchungshaft, es wird geprüft, ob er Komplizen hatte. Nun drängt die Union darauf, dass Geheimdienste stärker in die Überprüfung von Flüchtlingen einbezogen werden.

"Es war fünf vor zwölf!"

Die Ermittler versuchen nun mehr über die Identität und mögliche Unterstützer von Jabar A. herauszufinden. Im Fokus der Ermittlungen steht die Frage, wie sich Jaber A. radikalisieren konnte. Es wird spekuliert, dass er sich vor seiner Einreise als syrischer Flüchtling nach Deutschland in einem IS-Terrorcamp hat ausbilden lassen.

Obwohl die Festnahme gerade noch rechtzeitig geglückt ist, beschrieb Verfassungsschutzpräsident Maaßen die prekäre Lage kurz vor der Festnahme als "fünf vor zwölf". Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann von der CSU fordert jetzt eine lückenlose Überprüfung von Asylsuchenden – mit Hilfe der Geheimdienste: "Hat er echte Papiere dabei, kann er seine Herkunft glaubhaft erklären - und nur dann darf er überhaupt nach Deutschland reingelassen werden. Und für diejenigen, die im vergangenen Jahr gekommen sind, muss nachträglich noch eine Sicherheitsprüfung stattfinden."

Seitens der Union hieß es außerdem, Gefährder wie Jaber A. sollen frühzeitig in Haft genommen werden. Die Ermittlungen werden zeigen, wie eng der Kontakt zum IS wirklich war. Welche Daten bisher über Jaber A. bekannt sind, erfahren Sie im Video.