Felsstücke aus den Steilwänden herausgebrochen

Nach Felssturz in Klamm in Österreich: Dritter Toter geborgen

10. Juli 2020 - 9:58 Uhr

Zwei Frauen und ein Mann sterben bei Mixnitz

Nach einem Felssturz in Österreich hat de Bergwacht in der Bärenschutzklamm ein weiteres Todesopfer geborgen. Der Leiter der Alpinpolizei erklärte dem ORF, ein 30-jähriger Slowake, der in Graz lebte, sei am Donnerstagabend von seinen Mitbewohnern vermisst gemeldet worden. In der Nacht zu Freitag entdeckte ein Canyoning-Team die Leiche des Mannes an einer besonders tiefen Stelle der Klamm. Nach Angaben der Bergrettung sind außerdem zwei Frauen getötet worden. Acht weitere Wanderer wurden teilweise schwer verletzt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Vorfall ereignete sich in der Bärenschützklamm bei Mixnitz in der Steiermark.

Die Klamm ist bei Touristen sehr beliebt

Offenbar waren gegen Mittag bei schönem Sommerwetter ein oder mehrere Felsstücke aus den Steilwänden herausgebrochen und hatten die Wanderer getroffen. Bei den Toten handelt es sich laut Polizei um eine 50 Jahre alte Frau aus Ungarn und eine 21-jährige Österreicherin. Im Hilfseinsatz waren Mitarbeiter der Alpinpolizei, der Bergrettung sowie des Roten Kreuzes und der Feuerwehr.

Der in der Nacht zu Freitag geborgene Mann sei offenkundig von Gesteinsbrocken getroffen worden, in einen 30 Meter hohen Wasserfall gestürzt und in ein fünf Meter tiefes Becken gespült worden, erklärte ein Polizeisprecher am Freitag. "Die Leiche war sehr schwer auffindbar", so der Sprecher weiter.

Österreichischer Bergrettungsdienst Land Steiermark
Die Bergrettung direkt von der Unglücksstelle.
© Österreichischer Bergrettungsdienst Land Steiermark

Brocken aus einer 50 Meter hohen Wand gelöst

 Bärenschützklamm, Grazer Bergland, Steiermark, Österreich - Bärenschützklamm, Styria, Austria BLWX100594 Copyright: xblickwinkel/McPhotox/FotoxBegsteigerx
Bärenschützklamm, Grazer Bergland, Steiermark, vor dem Unfall.
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Die Klamm ist bei Touristen sehr beliebt. Die Kalkwände ragen bis zu 300 Meter hoch in den Himmel. In der Vergangenheit kamen laut Österreichischem Rundfunk (ORF) jährlich rund 40.000 Besucher, um die spektakuläre, mehrstündige Wanderung über mehr als 150 Brücken und einige hundert Höhenmeter zu meistern.

Bis auf weiteres wurde die Bärenschützklamm am Mittwoch für Besucher und Wanderer gesperrt. Die Alpinpolizei führt noch weitere Erhebungen zum Hergang durch. Nach Darstellung der Bergrettung dürfte sich der Brocken aus einer rund 50 Meter hohen Wand gelöst haben. Die genaue Abbruchstelle sei aber unklar, meinte ein Sprecher. Beim Aufprall auf den Wanderweg und die Holztreppen sei der Gesteinsbrocken zersplittert.