Zurück aus Beirut

Tierischer Einsatz: Rettungshündin Apple sucht in Trümmern nach Überlebenden

14. August 2020 - 11:00 Uhr

Einsatz ein voller Erfolg

Vier anstrengende und akribische Suchtage in der libanesischen Hauptstadt Beirut liegen hinter Rettungshundeführer Lars Prößler und seiner belgischen Schäferhündin Apple. Überlebende konnten sie zwar nicht mehr finden, der Einsatz war für sie aber trotzdem ein voller Erfolg.

Suche im Hafen von Beirut

Am 5. August wird der ehrenamtliche Rettungshundeführer aus Lemwerder bei Bremen alarmiert. Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut mit rund 200 Toten und über 6000 Verletzten bittet der Libanon international um Hilfe bei der Suche nach Verschütteten. Noch am gleichen Abend sitzen Lars Prößler und Apple im Flugzeug nach Beirut. "Das Go hatten wir um 17 Uhr und der Flieger ging offiziell um 22 Uhr in Frankfurt", erzählt Lars Prößler. Sein Chef beurlaube ihn in solchen Fällen sehr kurzfristig. Vor Ort angekommen, geht es dann zunächst in ein Basislager der Hilfskräfte, wo der Außendienstler erst einmal auf das Ergebnis eines Covid-19-Schnelltests warten muss. Als das negative Testergebnis da ist, geht es am Donnerstag direkt in einen vom libanesischen Militär zugeordneten Suchsektor im Hafen Beiruts. "Wir haben dort viele komplett zerstörte Lagerhallen abgesucht", berichtet der 41-Jährige.

Hund erschnüffelt Atemluft von Verschütteten

12.08.2020, Libanon, Beirut: Müll und Schutt liegen am Ort der Explosion. Eine Woche nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut steigt die Zahl der Toten weiter an. Foto: Marwan Naamani/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Müll und Schutt liegen am Ort der Explosion in Beirut.
© dpa, Marwan Naamani, MA hen nwi

Der Rettungshundeführer engagiert sich ehrenamtlich im spendenfinanzierten Verein @fire. Die Aufgaben der Hilfsorganisation sind das Suchen und Retten von verschütteten Menschen nach Katastrophen und die Waldbrandbekämpfung in Europa und weltweit. Zur Suche in Beirut entsendet der Verein insgesamt 13 Mitglieder und zwei Hunde. Gemeinsam sucht der Rettungstrupp aus Deutschland nach Verschütteten. Die Hunde wittern die Atemluft von Menschen. Lebend Verschüttete können so lokalisiert und dann mit technischem Gerät gerettet werden. "Nach Toten suchen wir nicht, die Bergung würde wertvolle Zeit bei der Suche nach Überlebenden kosten", erzählt Lars Prößler. Während der ehrenamtliche Rettungshundeführer bereits vor fünf Jahren mit einem anderen Hund in Nepal nach Verschütteten gesucht hat, war es für Apple der erste Auslandseinsatz. Wie die Suche mit Rettungshündin Apple nach Verschütteten aussieht, sehen Sie im Video.

Leberwurst zur Belohnung

Seit dem 10.8. sind die Beiden wieder zurück in Deutschland. Überlebende konnten sie in den Trümmern Beiruts nicht mehr finden. "Wir waren aber trotzdem erfolgreich, weil wir dem Militär und der Feuerwehr vor Ort sagen konnten: 'In diesem Sektor braucht ihr euch keine Gedanken mehr zu machen, da ist nichts. Da müsst ihr euch keine Sorgen machen, dass ihr irgendjemanden vergesst'", so Rößler. Für ihren ersten Auslandseinsatz gab es für Hündin Apple deshalb auch eine ganze Leberwurst zur Belohnung.