Nach ESC-Rückzug: Andreas Kümmert wehrt sich gegen den Shitstorm

Andreas Kümmert wandte sich auf Facebook an seine schärfsten und rücksichtslosesten Kritiker - aber auch an seine Fans.
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02. April 2015 - 11:43 Uhr

"Ich bin Musiker, und genau das wird sich nie ändern!"

Sein Rückzug beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest galt als Eklat. Mit fast 80 Prozent der Stimmen hatten sich die Zuschauer eindeutig dafür entschieden, dass Andreas Kümmert Deutschland beim ESC in Wien vertreten sollte. Doch der Rockmusiker lehnte ab und ließ der Zweitplatzierten Ann Sophie (24) den Vortritt. Daraufhin hagelte es von allen Seiten Kritik. Vor allem in den sozialen Medien nahm der Shitstorm eine gewaltige Größe an, sodass er Respektsbekundungen und positive Kommentare überschattete.

"Ich bin nicht wirklich in der Verfassung, diese Wahl anzunehmen", hatte der 28-Jährige am Donnerstagabend vor laufenden Kameras gesagt. Seitdem gab es kein öffentliches Statement mehr von ihm. Jetzt äußerte er sich auf seiner Facebook-Seite: "Diese Beschimpfungen sind wirklich unterste Schublade! Ich bin mir nicht so ganz sicher was ihr glaubt, damit erreichen zu können?! Glaubt ihr allen Ernstes ich würde nun aufhören, nur weil das ein paar Leuten nicht passt?!" Eine klare Ansage gegen hasserfüllte Beleidigungen, die vielfache Reaktion auf seine Entscheidung waren.

Der Künstler bleibt sich treu, scheut den Gang auf die große Bühne des Eurovision Songcontests. Aber er betont auch: "Ich bin Musiker, und genau das wird sich nie ändern! Eure Äußerungen bestätigen mir meine Meinung zu dieser Gesellschaft. Ihr passt alle perfekt in diesen Apparat!" Zuletzt hatte er Konzerte abgesagt, doch am Ende seiner emotionalen Botschaft wandte er sich mit "Keep on rockin'" und "wir sehen uns!" an seine treuen Fans.