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Nach erneuter Eskalation: Hamas ruft Gaza-Waffenruhe mit Israel aus

Luftangriff auf Ziele im Gazastreifen.
Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas war nach dem Tod eines israelischen Soldaten wieder eskaliert. © deutsche presse agentur

Feuerpause nach erneuten Luftangriffen

Nach heftigen israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen hat die dort herrschende Hamas eine Feuerpause verkündet. Am Freitag war es in dem Konflikt erneut zu einer Eskalation gekommen, nachdem ein israelischer Soldat von militanten Palästinensern getötet wurde. Bei den israelischen Luftangriffen kamen vier Menschen ums Leben.

Israel: Seit Freitag 60 Ziele in Gaza angegriffen

Bild einer Explosion nach einem nächtlichen Luftangriff der israelischen Armee im Gazastreifen.
Vier Menschen wurden bei den israelischen Luftangriffen getötet. © imago/ZUMA Press, Ashraf Amra, imago stock&people

Die mit "den Besatzern" vereinbarte Waffenruhe sei unter Vermittlung Ägyptens und der Vereinten Nationen erzielt worden, teilte Hamas-Sprecher Fausi Barhum in der Nacht zum Samstag über Twitter mit. Als Besatzer bezeichnen die radikalislamischen Palästinenser den israelischen Staat sowie dessen Behörden und Militär.

Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, sie könne sich zu politischen Fragen nicht äußern. Gegenwärtig gebe es aber keine Angriffe mehr von israelischer Seite. Seit Freitag seien 60 Ziele im Gazastreifen angegriffen und drei Hauptquartiere von Hamas-Bataillonen zerstört worden, erklärte Armeesprecher Jonathan Conricus.

Israelischer Soldat an der Grenze getötet

20.07.2018, Palästinensische Autonomiegebiete, Gazastreifen, Gaza: Palästinensische Demonstranten bei Auseinadersetzungen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel. Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist g
Seit dem Frühjahr protestieren Palästinenser an der Grenze zu Israel. © dpa, Wissam Nassar, OWEE lof

Der Konflikt war am Freitag erneut eskaliert. Militante Palästinenser verletzten an der Grenze einen israelischen Kampfsoldaten tödlich. Der Soldat ist der erste Israeli, der seit Beginn der Proteste im Gazastreifen Ende März getötet wurde. Militante Palästinenser feuerten erneut mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Augenzeugen berichteten auch über brennende Drachen, die als Brandherd über den Grenzzaun geschickt wurden.

Israelische Kampfjets und Panzer beschossen Ziele im gesamten Gebiet des Küstenstreifens. Im Süden seien mindestens vier Palästinenser getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Darunter sollen drei Hamas-Mitglieder sein.

Zahlreiche Tote seit Protesten im März

Der UN-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow, der sich gemeinsam mit Ägypten intensiv um eine Beruhigung der Lage bemüht hatte, schrieb in einem dramatischen Appell auf Twitter: "Alle in Gaza müssen einen Schritt zurück vom Abgrund gehen. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Jetzt sofort!"

Im Sommer 2014 hatten sich Israel und die Hamas 50 Tage lang Kämpfe geliefert. 2.250 Palästinenser wurden getötet oder starben später an ihren Verletzungen, auf der israelischen Seite gab es 74 Tote. Seit Ende März seien bei teilweise gewaltsamen Protesten 147 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Auslöser der Proteste war die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem.

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