Nach Enthauptung von Lehrer

Frankreich will Islamisten ausweisen

College du Bois d Aulne - Ambiance NEWS : Un homme decapite a Conflans Sainte Honorine - Conflans Sainte Honorine - 17/
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© imago images/PanoramiC, Federico Pestellini via www.imago-images.de, www.imago-images.de

19. Oktober 2020 - 14:42 Uhr

231 mutmaßlichen Extremisten im Visier

Nach dem Terrormord an einem Lehrer in Paris sollen nun offenbar viele muslimische Extremisten Frankreich verlassen. Das Land bereite "Insidern zufolge" die Ausweisung von 231 mutmaßlichen Extremisten vor, berichtet der Nachrichtensender ntv. Innenminister Gerald Darmanin habe die örtlichen Behörden darum gebeten, die Ausweisungen anzuordnen, hieß es unter Berufung auf Polizeigewerkschaftskreise.

Festnahmen sollen bevorstehen

Von diesen 231 als potentiell gefährlich erachteten Personen seien 180 im Gefängnis, 51 sollten in den nächsten Stunden festgenommen werden, heißt es weiter.

Ein 18-Jähriger hatte am Freitagabend in Conflans-Sainte-Honorine, einem Vorort von Paris, den Geschichtslehrer Samuel Paty auf einer Straße mit einem Messer enthauptet. Der Mörder wurde kurz darauf von Polizisten erschossen. Paty hatte seinen Schülern im Staatsbürgerunterricht über Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt.

Nach dem Attentat wurde elf Menschen aus dem Umfeld des gebürtigen Tschetschenen verhaftet. Auch der Vater einer Schülerin Patys, der gegen den Lehrer gehetzt und die Adresse seiner Schule im Netzöffentlich gemacht hatte, wurde festgenommen

Video: Terror-Angriff auf Lehrer: Hass als Motiv