Nach Encrochat-Ermittlungen: 13 Jahre Haft für Drogenhändler

Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
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03. Dezember 2021 - 13:31 Uhr

Aurich (dpa/lni) - Ein Drogenhändler aus Ostfriesland ist zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt worden. Das Landgericht in Aurich ordnete zudem an, den Gewinn aus den illegalen Drogengeschäften des Mannes einzuziehen - darunter ein Geldbetrag von einer Million Euro, ein Einfamilienhaus, ein Auto sowie Kryptowährungen, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte. Der 38-Jährige aus der Gemeinde Bunde (Landkreis Leer) wurde demnach wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Drogen und Geldwäsche in 83 Fällen verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Aktenzeichen: 19 KLs 14/21).

Auch die Ehefrau und die Mutter des Angeklagten wurden in dem Verfahren am Donnerstag verurteilt. Seine 39 Jahre alte Frau bekam wegen Beihilfe zur Geldwäsche eine Gefängnisstrafe von drei Jahren, die 64 Jahre alte Mutter eine Geldstrafe von 18.000 Euro.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte als Mitglied einer Bande über Jahre kiloweise Marihuana, Kokain und Amphetamin aus dem Ausland einführte. Seine Frau half ihm laut Gericht dabei.

Nach Angaben des Sprechers ist es die erste Verurteilung am Landgericht Aurich nach der Auswertung sogenannter Encrochat-Daten. Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich war es im vergangenen Jahr gelungen, verschlüsselte Nachrichten des Anbieters von Krypto-Handys Encrochat abzuschöpfen. Der Dienst hatte wegen seiner aufwendigen Verschlüsselung als nicht zu knacken gegolten.

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Quelle: DPA