Nach Doppelmord in Herne: Hunderte Rocker bei Beisetzung des ermordeten Jaden (✝9)

Beisetzung des neunjährigen Jaden
Beisetzung des neunjährigen Jaden
© dpa, Ina Fassbender, ina htf

21. März 2017 - 16:30 Uhr

Beerdigung der Opfer von Marcel H.

Der brutale Mord an dem neunjährigen Jaden in Herne hat viele Menschen entsetzt. Eineinhalb Wochen nach der grausamen Tat haben Familie und Freunde Abschied genommen.

Rockerclubs gaben Jaden letztes Geleit

Zur Beerdigung sind auch hunderte Mitglieder verschiedener Rockergruppen angereist. Die Männer versammelten sich vor dem Eingang des Waldfriedhofs an der Stadtgrenze zu Herten. Darunter auch zahlreiche Mitglieder der 'Bandidos' - der Stiefvater von Jaden gehört zu diesem Rockerclub aus Essen.

Jaden war das erste von zwei Opfern, deren Ermordung der 19-jährige Marcel H. vergangene Woche gestanden hat. Nach der ersten Tat hatte die Polizei mit einer groß angelegten Aktion bundesweit nach dem flüchtigen Täter gefahndet. Der 22 Jahre alte Christopher, ein Bekannter des mutmaßlichen Täters, war drei Tage nach dem Jungen ebenfalls erstochen in Herne gefunden worden.

Jaden auf einem Waldfriedhof beerdigt

Bereits am Mittwoch hatten Hunderte Menschen in einem emotionalen Gottesdienst in Herne der beiden Mordopfer Jaden und Christopher gedacht. Viele Trauergäste brachten Blumen, Grablichter und Stofftiere mit. Schüler von Jadens Schule brachten Kartons in den Altarraum der Herz-Jesu-Kirche, auf die sie ihre Gefühle geschrieben hatten. "Angst", "Wut", "Traurigkeit" und "Unsicherheit" war darauf zu lesen. "Wir sind sprachlos", sagt Pastoralreferentin Birgit Terfloth zu Beginn. "Es macht Angst, es macht wütend, es lähmt uns."

Jaden wurde mit einer Sondergenehmigung auf dem Waldfriedhof in der Nähe seines Elternhauses beigesetzt. Auf dem Friedhof im Herner Stadtteil Wanne-Eickel gibt es seit Jahren keine Beerdigungen mehr.