Nach Diamantenraub am Brüsseler Flughafen – Polizei jagt acht Gangster

Täter waren als Polizisten verkleidet

Nach dem spektakulären Diamantenraub am Brüsseler Flughafen läuft die Fahndung nach den Tätern auf Hochtouren. Die Polizei ist acht Männern auf der Spur, die 120 Päckchen mit Edelsteinen im Wert von etwa 50 Millionen Dollar (37,4 Millionen Euro) erbeutet haben. Sowohl im In- wie Ausland werde nach den Männern gesucht, sagte die Staatsanwaltschaft.

Brüssel, Flughafen
Der Brüsseler Flughafen am Tag nach dem millionenschweren Diamantenraub.
dpa, Julien Warnand

Die Gangster hatten Montagabend um 19.47 Uhr mit zwei Fahrzeugen den Sicherheitszaun des Flughafens durchbrochen und dann einen Werttransporter der Firma ‘Brink’s Diamond & Jewellery‘ überfallen, dessen Ware gerade in eine Maschine der Schweizer Fluggesellschaft Swiss mit Ziel Zürich geladen wurde. Nach Angaben des Antwerpener Weltzentrums für Diamanten (AWDC) erbeuteten die schwer bewaffneten, maskierten und als Polizisten verkleideten Täter vor allem Rohdiamanten. Zuerst hatten die Behörden von unglaublichen 350 Millionen Euro Beute gesprochen, ehe sie die Zahl auf rund 37,4 Millionen Euro korrigierten.

Obwohl die Täter schwer bewaffnet waren, gab es keine Verletzten. "Es gab keine Schießerei und niemand wurde verletzt. Dies hat nur wenige Minuten gedauert und unmittelbar danach haben sie das Flughafengelände durch die beschädigte Umzäunung verlassen", teilte der Flughafen Brüssel mit. Zwar wurde der betroffene Flug ‘LX 789‘ laut ‘Le Soir‘ annulliert. Der allgemeine Flugverkehr wurde nach Angaben des Flughafens aber nicht gestört.

Flucht mit Blaulicht

Nach dem Überfall flohen die acht Räuber in einem als Polizeiauto getarnten Mercedes Vito durch den Flughafenzaun. Später ließen sie das Auto 20 Kilometer westlich von Brüssel zurück und setzten ihre Flucht in einem Audi fort. Dem flämischen Radio RTBF zufolge fand die Polizei noch am Montagabend ein Fluchtauto. Nach dem zweiten werde noch gefahndet.

Der Raub ist kein Einzelfall. Bereits 1995 und 2000 war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Die belgische Hafenstadt Antwerpen ist ein wichtiger Umschlagplatz für Diamanten. Laut ‘Blick.ch‘ werden an den dortigen Börsen jährlich Edelsteine im Wert von über 16 Milliarden Euro gehandelt.

Da es sich um Rohdiamanten handelt, ist es unwahrscheinlich, die Beute wiederzufinden. Denn ungeschliffene und noch nicht zertifizierte Diamanten können problemlos weiter verkauft werden, ohne dass man ihre Spur verfolgen kann. Über den Adressaten ist nichts bekannt.