„Da kannte man irgendwann jeden Grashalm“

Corona-Quarantäne beendet: Studentin Ann-Sophie darf endlich nach Hause

18. Februar 2020 - 11:03 Uhr

Nach zwei Wochen Quarantäne sind China-Rückkehrer endlich wieder frei

Ann-Sophie Muxfeldts Eltern warteten schon vor der Südpfalz-Kaserne in Germersheim, als die junge Frau endlich die Quarantäne verlassen durfte. Zwei Wochen lang war die 22-Jährige als eine von 120 China-Rückkehrern dort isoliert worden. Doch jetzt steht fest: Keiner hatte sich mit dem Coronavirus aus China angesteckt. Darum dürfen nun alle nach Hause. Ann-Sophie weiß auch schon, was sie als erstes tun will: "Vermutlich werde ich mich einfach ein bisschen frei bewegen. Ganz egal, ob spazieren gehen oder Fahrrad fahren oder nur eine Runde einkaufen. Darauf freue ich mich!"

Ann-Sophie wollte vor Coronavirus-Epidemie zwei Semester lang in Wuhan studieren

Quarantäne für China-Rückkehrer in Germersheim endet
Ann-Sophie Muxfeldt ist froh, dass sie sie Quarantäne endlich verlassen kann.
© dpa, Andreas Arnold, arn bsc

"Ich bin schon froh, jetzt raus zu sein, obwohl es nicht schlimm war - die Betreuung war echt gut", erzählte die Studentin der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview. Trotzdem ist die Erleichterung groß, als alle die Kaserne nach 14 Tagen verlassen dürfen. "Ein bisschen eingesperrt" habe man sich schon gefühlt, erzählt Ann-Sophie. "Wenn man rausging, konnte man nur um den Kasernenblock laufen, da kannte man irgendwann jeden Grashalm."

Die 22-Jährige stammt aus Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) und studiert Technische Informatik in Rostock. Im September 2019 war sie nach Wuhan geflogen und wollte dort zwei Semester lang studieren. Eigentlich hatte die Austauschstudentin geplant, erst im Juli nach Hause zurückzukehren. Doch das Coronavirus machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

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Deutsche Staatsbürger wurden aus Wuhan ausgeflogen

Coronavirus - Deutschland
Die letzten zwei Wochen mussten die Chinarückkehrer in einer Kaserne in Germersheim auf ein paar Quadratmetern verbringen.
© dpa, Frank Rumpenhorst, wst

Am 1. Februar wurde sie gemeinsam mit anderen deutschen Staatsbürgern und deren Familien aus dem Krankheitsgebiet ausgeflogen. Im Interview sagte sie, dass sie es wahrscheinlich bedauern werde, dass sie ihren China-Aufenthalt vorzeitig abbrechen musste. "Ich hoffe, dass es irgendwann zurückgeht." Aber vorerst überwiegt wohl die Freude, ihre Familie wieder in die Arme schließen zu können und endlich aus der Quarantäne zu dürfen.

Alle Betreuer des Deutschen Roten Kreuzes hätten sich enorme Mühe gegeben, dass es allen in der Quarantäne gut ging, erzählt die Studentin. "Wir hatten unter anderem Tischtennisplatten, Billard und Federball. Man konnte sich beschäftigen. Auch für die Kinder wurde viel gemacht." Wie sich das Leben in dem isolierten Kasernengebäude abspielte, erfahren sie hier.

Zusammen mit Ann-Sophie verließen auch die anderen Chinarückkehrer die Kaserne. Viele wurden von Verwandten in Empfang genommen. Die anderen wurden in Bussen abgeholt und zum Bahnhof gefahren. Zum Abschied gab es für alle ein Gesundheitszeugnis, das offiziell bescheinigt, dass über den gesamten Zeitraum der Quarantäne keine Infektion mit dem neuen Coronavirus nachgewiesen werden konnte.