Nach Corona-Skandal

Schlachtbetrieb Tönnies öffnet teilweise wieder

Bei Tönnies hatten sich rund 1.400 Mitarbeiter mit Corona infiziert. Foto: Guido Kirchner/dpa/Symbolbild
Bei Tönnies hatten sich rund 1.400 Mitarbeiter mit Corona infiziert. Foto: Guido Kirchner/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

09. Juli 2020 - 6:47 Uhr

Verwaltungsmitarbeiter dürfen wieder aufs Tönnies-Gelände

Drei Wochen nach der coronabedingten Schließung des riesigen Fleischwerkes von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wird ein erster Teilbereich dank einer Ausnahmegenehmigung durch den Bürgermeister wieder geöffnet: Beschäftigte im Verwaltungsbereich dürfen das Werksgelände nun wieder betreten. Der Produktionsbereich bleibt allerdings zunächst bis zum 17. Juli weiterhin geschlossen.

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Auch Kita wird wieder geöffnet

Die Stadtverwaltung erklärte: "Mit Blick auf das relativ geringe Infektionsrisiko wird die Wiederaufnahme der Betriebsverwaltung nicht unverhältnismäßig hinausgezögert." Durch geeignete Maßnahmen, die durch die Ordnungsbehörde kontrolliert werde, sei sicherzustellen, dass eine räumliche Trennung zu anderen Arbeitsbereichen jederzeit eingehalten werden könne.

Auch die Kita auf dem Werksgelände könne ab sofort wieder öffnen. Sie verfüge über einen externen Zugang und sei selbst auch nicht Teil der Unternehmensgruppe, hieß es in der Mitteilung weiter.

Nach und nach Rückkehr aus der Quarantäne

Nach Angaben von Tönnies wird anfangs zunächst nur ein kleinerer Teil der Verwaltungsmitarbeiter wieder an den Arbeitsplatz in das Werk zurückkehren. Sie seien namentlich bekannt. "Viele unserer Mitarbeiter sind noch in Quarantäne", sagte Unternehmenssprecher André Vielstädte am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem arbeiteten viele Mitarbeiter im Verwaltungsbereich im Homeoffice. "Es wird dann von Tag zu Tag mehr."

Die Geschäftsführung von Tönnies habe in einer sogenannten Arbeitsquarantäne weiter die Verwaltung betreten dürfen. In der Konzernverwaltung seien insgesamt etwa 400 Mitarbeiter tätig.

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Fleischverarbeitung bleibt bis 17. Juli geschlossen

Nach Prüfung des Hygienekonzepts von Tönnies wollen die Behörden am Donnerstag (9. Juli) erneut über die Wiederaufnahme des Betriebs in der Fleischfabrik beraten. Im Anschluss soll es erste Entscheidungen geben, wie es weitergeht. Nach dem Corona-Ausbruch mit rund 1.400 Infizierten in der Belegschaft sollen die Schweineschlachtung und Fleischverarbeitung in dem Werk erst dann wieder hochgefahren werden, wenn ein stichhaltiges Konzept zur Verhinderung weiterer Corona-Ausbrüche vorliegt.

Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU), hatte die Werksschließung verfügt. Die Verfügung gilt noch bis zum 17. Juli. Zuletzt hatte sich der Landrat skeptisch gezeigt, ob der Termin zu halten sei.

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Hygiene-Experte kritisiert Belüftung

Im Fokus stehen die Frage, wie man sicherstellen könne, dass Abstandsregeln und Mundschutzpflicht eingehalten würden – aber vor allem die Belüftung: Der Hygiene-Experte Martin Exner von der Universität Bonn hatte die Luftumwälzung in dem Werk als möglichen Faktor für die Ausbreitung des Coronavirus genannt. In dem auf 6 bis 10 Grad kalten Raum wird den Schilderungen zufolge die durch die hart körperlich arbeitenden Mitarbeiter entstehende warme Luft abgesaugt und dann gekühlt zurückgebracht. Bislang fehle dabei aber eine Aufbereitung. Exner empfahl daher zum Schutz gegen Viren Hochleistungsfilter und UV-Bestrahlung.

Quelle: DPA/RTL.de