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Nach Corona-Pause: Stierkämpfe in Spanien wieder erlaubt

Nach vier Monaten Corona-Zwangspause

Stierkämpfe in Spanien starten wieder

epa04782051 Spanish bullfighter Miguel Angel Perera fights with his first bull during the Welfare bullfight held at Las Ventas bullring in Madrid, Spain, 03 June 2015. EPA/JUANJO MARTIN +++(c) dpa - Bildfunk+++
Tierschützer hoffen, dass die Corona-Krise das Ende des Stierkampfs in Spanien beschleunigt
dpa, Juanjo Martin

Corona-Schonfrist für Stiere ist vorbei

Die neuesten Lockerungen der Corona-Einschränkungen in Spanien führen auch dazu, dass die wohl umstrittenste Tradition des Landes wieder aufgenommen wird: die Stierkämpfe . Wie die Tagesschau berichtet, dürfen die Veranstaltungen nach vier Monaten wieder stattfinden – zur Empörung der Tierschützer.

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Tausende demonstrierten für blutige Spektakel

Während der Krise gingen bereits Tausende in mehr als 30 Städten Spaniens für die Stierkämpfe auf die Straße. Für die Demonstranten gehöre der Stierkampf zur Kultur und dürfe nicht vergessen werden, außerdem sei er ein Wirtschaftsmotor, dem staatliche Unterstützung zustünde, zitiert die Tagesschau einen Torero.

Tatsächlich gingen den Züchtern der Kampfbullen nach eigenen Angaben Einnahmen von 70 Millionen Euro verloren, weil die Arenen leer blieben. Insgesamt hingen 6.000 Jobs an der blutigen Tradition. Doch die Forderung der Branche, Teil des Corona-Rettungspakets der spanischen Regierung zu werden, wurde abgelehnt.

Tierschützer werfen Stierkampf-Branche Gesetzesmissbrauch vor

Ginge es nach Roberto Bennati, Vizechef der italienischen Tierschutzorganisation LAV , dürften die spanischen Stierkämpfe überhaupt keine finanzielle Unterstützung mehr vom Staat bekommen. Kritiker werfen der Branche vor, Geld von der Europäischen Union einzukassieren, das eigentlich für die Förderung für eine hochwertige Fleischproduktion gedacht ist. "Die Branche sagt, sie züchte Tiere für die Fleischproduktion. Doch in Wirklichkeit züchten sie für Stierkämpfe. Hier werden die Gesetze missbraucht“, erklärt er der Tagesschau.

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„Die Viruskrise könnte das Ende beschleunigen“

Auch für Marta Esteban von der Tierschutz-Plattform „La tortura no es cultura“ (Folter ist keine Kultur) ist die Corona-Krise im Bezug auf die Stierkämpfe eher ein Hoffnungsschimmer: "Alles, was dazu beiträgt, dass keine Tiere getötet werden, nur um Menschen zu unterhalten, ist eine gute Nachricht.“

Laut einer Studie des spanischen Kulturministeriums sähen mehr als 80 Prozent der Spanier die Tradition kritisch, seit 2007 sei die Zahl der Zuschauer um 61 Prozent gesunken, erklärt Esteban. „Die Viruskrise könnte das Ende beschleunigen“, hofft die Tierschützerin. In den Arenen des Landes geht die blutige Tradition nun unter besonderen Corona-Vorkehrungen jetzt aber erst einmal weiter.

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