Landrat gibt vorerst Entwarnung

Nach Corona-Ausbruch in Catering-Firma: Kein Lockdown zu erwarten!

Corona-Ausbruch in Catering-Firma "Apetito"
© Eigendreh

30. Juni 2020 - 15:45 Uhr

Bislang 44 Menschen mit Corona infiziert

In dem am Samstag geschlossenen Cateringunternehmen "Apetito" in Gilching im Landkreis Starnberg haben sich mindestens 44 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das haben die Tests bislang ergeben, teilte das Landratsamt mit. Unter den bislang nachweislich Infizierten seien zehn Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft Hechendorf, ein Fall aus der Gemeinschaftsunterkunft in Seefeld und ein noch nicht ganz klarer Fall aus der Unterkunft in Hersching, teilte Landrat Stefan Frey heute mit. Alle Bewohner der drei Unterkünfte sind daraufhin unter Quarantäne gestellt worden.

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Erster positiver Fall seit Donnerstag bekannt

Die Behörde hatte die Schließung von "Apetito" am Samstag aus Infektionsschutzgründen angeordnet - für 14 Tage. Am Sonntag gab es dann eine große Testaktion bei den rund 100 Mitarbeitern.

Aufmerksam wurde das Landratsamt durch einen Krankheitsfall in der Unterkunft in Hechendorf. Hier hatte sich am 24.06. ein Bewohner krank gefühlt. Schließlich wurde er am 25.06. positiv auf Corona getestet. "Wir fahren hier eine eher restriktive Linie. Sobald ein Fall in einer Unterkunft auftaucht, schließen wir die ganze Unterkunft. Was wir auch machen, ist, dass wir natürlich sämtliche Kontaktpersonen ermitteln von den Landkreisbürgern, die betroffen sind. Und dann werden wir die entsprechenden Maßnahmen wie Testungen und häusliche Quarantäne auch veranlassen", so Landrat Stefan Frey. Damit die Kontaktermittlung so rasch wie möglich erfolgen kann, bat Stefan Frey um personelle Unterstützung, um eine Ausbreitung des Virus unterbinden zu können.

Landrat geht nicht von Übertragung in andere Bereiche aus

"Apetito" beliefert unter anderem ein Krankhaus. Landrat Stefan Frey befürchtet allerdings keine Übertragung des Corona-Virus. "Wir gehen nicht davon aus, dass sich Infektionsgeschehen über Speisen verbreitet. Nichts destotrotz ist natürlich auch das Klinikum Großhadern informiert und wir gehen davon aus, das sie auch von ihrer Seite aus die notwendigen Vorsorgemaßnahmen für ihre Mitarbeiter treffen."

Kein Lockdown zu erwarten

Entwarnung gibt Landrat Stefan Frey, wenn es um einen möglichen Lockdown im Landkreis geht. "Wir versuchen dieses lokale Ausbruchsgeschehen zu identifizieren und letztendlich auch lokalbegrenzt die Maßnahmen zu ergreifen. Und das heißt, dass wir die Catering-Firma und die Asylbewerber-Unterkünfte geschlossen haben. Einen Lockdown wird es nicht geben."

Die Ursache des Ausbruchs kann nicht mehr nachvollzogen werden. Bislang sind noch keine kritischen Verläufe bekannt. Da es sich um "kräftige, junge Männer" handelt, die sich infiziert haben, geht Landrat Stefan Frey auch von einem normalen Krankheitsverlauf aus.