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Nach Corona-Ausbruch bei Wiesenhof im Landkreis Oldenburg: "Hoffentlich nicht wie in Gütersloh"

Corona-Ausbruch in Wiesenhof-Schlachtbetrieb

Anwohner in Sorge: "Hoffentlich nicht wie in Gütersloh"

Corona-Ausbruch in Niedersachsen sorgt für Ärger Wildeshausen bei Oldenburg
01:01 min
Wildeshausen bei Oldenburg
Corona-Ausbruch in Niedersachsen sorgt für Ärger

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Betroffene, Kontaktpersonen und Kollegen aus dem Wiesenhof-Schlachthof unter Quarantäne

Nach Bekanntwerden der Corona-Fälle in einem Schlachthof in Niedersachsen wächst die Besorgnis vor Ort. Viele Menschen in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg haben Angst vor einer Ausweitung der Krise in ihrer Heimat, vor einer Entwicklung wie in Nordrhein-Westfalen. Überrascht sind sie indes nicht. Mehr dazu in unserem Video.

"Das Kind muss immer erst in den Brunnen fallen“

„Das wird alles viel zu lasch gehandhabt“, sagt eine Anwohnerin unserem Reporter. Sie befürchtet einen Lockdown. „Das ist wie in Gütersloh, das Gleiche in grün“, findet die Frau. Auch wenn sie der Meinung ist, dass die Dimension in Gütersloh größer sei. Man hätte sich eher kümmern müssen: „Das Kind muss immer erst in den Brunnen fallen.“

Eine andere Frau sagt, dass sie von der Entwicklung nicht überrascht sei. Sie berichtet von „Leuten, die ohne Maske aus dem Betrieb auf die Straße rennen“ und sagt, dass es im Betrieb angeblich ähnlich zugehen soll. Die neue Entwicklung findet sie „ganz schlimm.“ Sie hoffe, „dass das nicht so viele sind wie in Gütersloh.“

Zur Frage nach der Verantwortung hat sie eine klare Meinung: „Das Unternehmen muss dafür sorgen, dass es nicht soweit kommt!“

Künftig weniger Werksverträge

Brümmer
Für Matthias Brümmer von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ist der Ausbruch in Niedersachsen „eins zu eins wie bei Tönnies.“

Für Matthias Brümmer von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ist der Ausbruch in Niedersachsen „eins zu eins wie bei Tönnies.“ Der einzige Unterschied sei, „dass es hier um Puten geht, dort um Schweine“, sagte er in einem ntv-Interview. Die Ursachen seien jedoch identisch. „Das meiste läuft über Subunternehmer.“ Folge für die Arbeiter: „Minimalste Bezahlung, lange Arbeitszeiten.“

Die Entwicklung in Wildeshausen ist für ihn „überhaupt keine Überraschung.“ Eine mögliche Lösung der Probleme sieht er in der von einigen Unternehmen bereits angekündigten Abschaffung der sogenannten Werksverträge.

Zudem fordert er, alle Beschäftigten regelmäßig zu testen – „egal ob sie schlachten oder nicht, damit keine Corona-Hotspots entstehen.“ Er sieht jetzt verstärkt die Behörden in der Pflicht. „Es kann nicht sein, dass sich die Industrie selbst kontrolliert. Das muss der Staat machen.“