Weltmeister tritt für Uiguren ein

Nach China-Kritik: FC Arsenal distanziert sich von Mesut Özil

FC Arsenal - Mesut Özil
FC Arsenal - Mesut Özil
© dpa, Nick Potts, nic lof axs jat jai alf

14. Dezember 2019 - 10:18 Uhr

Ein Post mit Folgen

Politik, Moral und Profisport, eine hochexplosive Mischung: Das hat Mesut Özil (einmal mehr) am eigenen Leib erfahren. Nachdem der Weltmeister von 2014 in einem Post auf das Schicksal der in China verfolgten Uiguren aufmerksam gemacht hatte, beeilte sich sein Arbeitgeber, der FC Arsenal, die Aussagen zu relativieren. Und distanzierte sich öffentlichkeitswirksam von der Haltung des 31-Jährigen.

"Korane werden verbrannt"

"Hinsichtlich der Kommentare von Mesut Özil in den sozialen Netzwerken muss Arsenal eine klare Aussage treffen. Die Inhalte sind Özils persönliche Meinung. Als Fußballklub hat sich Arsenal immer an den Grundsatz gehalten, sich nicht politisch zu engagieren", teilte der Verein mit. Das Statment wurde laut "Guardian" unter anderem auf der chinesischen Plattform Weibo veröffentlicht.

Was war passiert? In einem emotionalen Post hatte Özil das Schweigen muslimisch geprägter Länder über das Schicksal der Uiguren, eine muslimischer Minderheit, in China, angeprangert. "Korane werden verbrannt, Moscheen geschlossen, islamische Schulen verboten. Die Muslime schweigen. Ihre Stimme wird nicht gehört. Rückblickend wird nicht an die Folter durch die Tyrannen erinnert werden, sondern an das Schweigen der muslimischen Brüder", schrieb Özil.

USA verhängen Sanktionen

Zur Einordnung: Nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen befinden sich rund eine Million Uiguren in sogenannten Umerziehungslagern. China spricht offiziell von "Bildungszentren". Wegen der Menschenrechtsverletzungen hatte die USA erst kürzlich Sanktionen gegen China verhängt. Auch die EU verlangt, die chinesische Regierung müsse "von der willkürlichen Inhaftierung von Uiguren und Angehörigen anderer muslimischer Gemeinschaften Abstand nehmen". Für Arsenal kein Grund zur Kritik.