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Nach Carola Racketes Freilassung: Italiens Innenminister Matteo Salvini schäumt vor Wut

Rechtspopulistischer Politiker findet Freilassung gar nicht gut

Italiens Innenminister rastet im Video aus: "Vielleicht hat die Richterin mit Rackete ein Glas Wein getrunken"

Matteo Salvini
Matteo Salvini
Matteo Salvini

Salvini: Rackete ist eine "reiche, weiße deutsche Frau, der möglicherweise nur langweilig war"

Die deutsche Kapitänin Carola Rackete ist wieder frei - und bleibt erst einmal in Italien. Das treibt den Blutdruck des italienischen Innenministers Matteo Salvini in ungeahnte Höhen. Der Rechtspopulist wollte Rackete im Gefängnis sehen. Stattdessen sitze sie jetzt in einer Bar und trinke Kaffee.

Rackete spaltet Italien: Heldin oder Kriminelle?

Carola Rackete, the 31-year-old Sea-Watch 3 captain, disembarks from a Finance police boat and is escorted to a car, in Porto Empedocle, Italy July 1, 2019. REUTERS/Guglielmo Mangiapane
Carola Rackete wurde inzwischen wieder freigelassen.
ANF/, REUTERS, GUGLIELMO MANGIAPANE

Die einen jubeln, weil Carola Rackete für sie eine Heldin ist, die 42 Menschen das Leben gerettet hat. Die anderen sehen in der Kapitänin eine Kriminelle, die illegal in den Hafen von Lampedusa gefahren ist. Allen voran Innenminister Matteo Salvini. Er meldet sich jetzt per Handy-Video zu Wort. Dass die Deutsche von einer italienischen Richterin freigelassen wurde, ist für ihn ein Skandal: "Vielleicht hat die Richterin ja auch ein Glas Wein mit dieser Frau getrunken. Dieser reichen, weißen deutschen Frau, der möglicherweise nur langweilig war?"

Salvini kritisiert Justiz seines eigenen Landes

ARCHIV - 20.06.2019, ---, Mittelmeer: HANDOUT - Carola Rackete aus Kiel, deutsche Kapitänin der «Sea-Watch 3», aufgenommen an Bord des Rettungschiffs. (zu dpa «Sea-Watch: Rackete an einem «sicheren Ort»») Foto: Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa - ACHTUN
"Sea-Watch 3"-Kapitänin Carola Rackete (Archivbild)
jai, dpa, Till M. Egen

Der Innenminister, der vielleicht sogar mal Regierungschef werden könnte, lästert auf denkbar geringschätzige Art und Weise über die Justiz des eigenen Landes. Er wolle diese verändern – und legt im Video noch eine nach: "Auch wenn wir diese deutsche Dame nicht ins Gefängnis stecken können, sollte man sie wenigstens zurück in ihr Land schicken, sodass sie da Schaden in ihrem eigenen Land anrichten kann."

Die italienische Justiz kommt auch diesem Wunsch Salvinis nicht nach. Sie ermittelt gegen Rackete, wegen Begünstigung illegaler Einwanderung. Und will sie nächste Woche in Sizilien weiter vernehmen. Deshalb bleibt die deutsche Kapitänin vorerst in Italien. Ob es dem Minister nun gefällt oder nicht.