Nach Brückeneinsturz in Genua

Mitarbeiter sollen Kontroll-Berichte manipuliert haben - Neun weitere Festnahmen!

Autobahnbrücke in Genua eingestürzt
Autobahnbrücke in Genua eingestürzt
© dpa, Flavio Lo Scalzo, afn wst

13. September 2019 - 18:44 Uhr

Weitere Festnahmen nach der Brücken-Katastrophe von Genua

43 Menschen sind beim Brückeneinsturz im italienischen Genua im August 2018 ums Leben gekommen. Noch immer wird nach den Schuldigen für die Katastrophe gesucht. Nun scheinen die Ermittler einen Schritt vorwärts gekommen zu sein. Am Freitag wurden im Auftrag der Staatsanwaltschaft neun Personen festgenommen. Ihnen wird Nachlässigkeit bei der Wartung vorgeworfen.

Autobahn-Fachleute sollen Dokumente gefälscht haben

dpatopbilder - 15.08.2018, Italien, Genua: Blick auf die am Vortag eingestürzte Autobahnbrücke Morandi. Foto: Antonio Calanni/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
43 Menschen sind beim Brückeneinsturz im italienischen Genua im August 2018 ums Leben gekommen.
© dpa, Antonio Calanni, DS jhe axs

Wie italienische Medien berichten, handelt es sich bei den Verdächtigen um Fachleute der Autobahngesellschaft ASPI (Autostrade per l'Italia) und der Betreiberin des Viadukts. Sie werden beschuldigt, Dokumente zu Sicherheitskontrollen von Autobahnbrücken vor und nach dem Unglück gefälscht zu haben. Demnach sollen sie Berichte zum Zustand der Autobahnbrücken - die unter der Aufsicht der ASPI lagen - zugunsten der Autobahngesellschaft manipuliert haben.

Ermittlungen gegen rund 80 Personen nach Brückeneinsturz

15.08.2018, Italien, Genua: Ein Lkw steht auf der am Vortag eingestürzten Autobahnbrücke Morandi. Foto: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Brücke soll bis Frühjahr 2020 neu errichtet werden.
© dpa, Luca Zennaro, SO

Die Aufarbeitung der Tragödie ist längst nicht abgeschlossen. Inzwischen wird gegen rund 80 Personen ermittelt. Darunter sind Funktionäre des Verkehrsministeriums in Rom und Mitarbeiter der Straßenverwaltungsgesellschaft ANAS. Ihnen wird Fahrlässigkeit bei den Sicherheitskontrollen der Brücke vorgeworfen. 

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Ursache des Einsturzes in Genua noch immer unklar

Bei dem Unglück Mitte August 2018 war die Morandi-Autobahnbrücke auf einer Länge von mehr als 100 Metern eingestürzt. Unklar ist, ob vorangegangene Warnungen zum maroden Zustand der Brücke nicht ernst genommen und Instandhaltungen verschleppt wurden.

Derzeit wird die Brücke in Genua wieder aufgebaut. Sie soll bis Frühjahr 2020 auf Basis eines Plans des Genueser Stararchitekten Renzo Piano neu errichtet werden. Die Abrissarbeiten zeigen wir oben im Video.