Camp in Griechenland abgebrannt

Nach Brand in Moria: Merkel will minderjährige Flüchtlinge aufnehmen

Brand in Flüchtlingslager Moria auf Lesbos
© dpa, Socrates Baltagiannis, tba

11. September 2020 - 8:56 Uhr

Merkel sprach schon mit griechischem Regierungschef

Nach dem verheerenden Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria wollen Deutschland und Frankreich wenn möglich gemeinsam mit anderen EU-Staaten minderjährige Migranten aufnehmen. Darum habe sie der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis gebeten, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Diskussion in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Eine konkrete Zahl, wie viele Menschen Deutschland aufnehmen wird, nannte Merkel nicht.

400 Minderjährige ohne Begleitung wurden schon nach Tessaloniki gebracht

Sie habe mit Mitsotakis zudem besprochen, dass man sofort dabei helfe, neue und bessere Unterbringung für die von dem Brand betroffenen Menschen sicherzustellen. "So kann es nicht bleiben und Deutschland wird sich daran beteiligen", sagte die Kanzlerin. Zuvor war bereits davon die Rede, dass Deutschland Frankreich und andere Länder 400 unbegleitete Minderjährige aufnehmen wollten. Auch die Niederlande wollen 100 Menschen aufnehmen.

Die griechische Regierung hat unterdessen einer schnellen Verlegung weiterer Flüchtlinge nach dem Großfeuer im Lager Moria eine Absage erteilt und gezielte Brandstiftung als Auslöser der Katastrophe festgestellt. Zugleich wurden bis Donnerstag schon 400 Minderjährige, die ohne Begleitung ihrer Eltern unterwegs sind, von der Insel Lesbos in die Hafenstadt Thessaloniki geflogen.

Disskussionen über Aufnahme von Flüchtlingen

Der stellvertretende Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos schloss aber aus, dass auch erwachsene Migranten die Insel verlassen dürfen. Im Nachrichtensender Skai sagte er: "Wer denkt, er könne zum Festland und dann nach Deutschland reisen, der soll es vergessen."

Über die Frage, ob Deutschland notfalls auch im Alleingang und ohne Beteiligung anderer EU-Staaten mehr Migranten von den griechischen Inseln aufnehmen könnte, wurde in Berlin seit Mittwoch gestritten. Die Bundesregierung hatte betont, auf Hilfe vor Ort zu setzen und sich mit Griechenland und den EU-Partnern abzustimmen. Auch aus der Union waren aber Stimmen laut geworden, die mehr Aufnahmen forderten - beispielsweise vom griechischen Festland, um die Lage zu entspannen. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert, dass Deutschland vorangehen und 2.000 Migranten aufnehmen soll.

Quelle: dpa, RTL.de

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