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Nach Brand in JVA Kleve: Zweifel an offizieller Version

ARCHIV - 18.09.2018, Nordrhein-Westfalen, Kleve: Die Tür zur Zelle 143 in der Klever Justizvollzugsanstalt. Die Sitzung des nordrhein-westfälischen Landtags beschäftigt sich in einer Aktueller Stunde mit dem Tod eines unrechtmäßig Inhaftierten in der
Gutachter hinterfragen Brandtod von Syrer in JVA Kleve. © dpa, Markus van Offern, mg kno

Was geschah in der Justizvollzugsanstalt Kleve?

Der Brand in einer Zelle, in dessen Folge ein syrischer Insasse starb, wird von den Behörden in Nordrhein-Westfalen als Suizid eingeschätzt. Doch ein Medienbericht zieht das nun in Zweifel und wirft neue Fragen auf. 

Brandexperte: Der Brand sei so nicht möglich gewesen

Im Fall des nach einem Zellenbrand ums Leben gekommenen Syrers Amad A. haben Experten Zweifel am Ergebnis eines Brandgutachtens zum Geschehen in der Justizvollzugsanstalt Kleve geäußert. "Der Brand ist so, wie er von der Staatsanwaltschaft beschrieben wird, nicht möglich", zitiert das ARD-Magazin "Monitor" den Brandexperten Korbinian Pasedag vom Institut für Brand- und Löschforschung in Dippoldiswalde.​

Der Syrer war Ende September, zwei Wochen nach einem Brand in seiner Zelle in Kleve, in einem Bochumer Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Fall sorgte auch deswegen für großes Aufsehen, weil der Mann wegen einer Verwechslung in Haft saß - bei einem Polizeieinsatz im Juli waren offenbar Personalien verwechselt worden. 

Amad A. soll 15 Minuten in der Zelle ausgeharrt haben

Der Mann soll den Ermittlungen zufolge trotz des Feuers eine Viertelstunde in seiner Zelle ausgeharrt haben, bevor er die Gegensprechanlage bediente und das Fenster öffnete. Der 26-Jährige hätte aber bereits nach wenigen Minuten durch den Brandrauch handlungsunfähig sein müssen, sagte der Experte. Ähnlich bewertete der Direktor der Rechtsmedizin Frankfurt, Marcel Verhoff, den Fall: "Ich würde eher erwarten, dass die Person dann längst bewusstlos ist", sagte er. 

Der von der Staatsanwaltschaft beauftragte Brandgutachter schreibt laut der Ermittlungsbehörde dagegen, dass es eine Viertelstunde bei geschlossenem Fenster in der Zelle gebrannt habe, "ohne dass sich der syrische Staatsangehörige bemerkbar gemacht habe".

Oberstaatsanwalt Günter Neifer sagte mit Blick auf die beiden Expertenmeinungen am Donnerstag: "Wir können zu diesen Gutachten nichts sagen, weil wir sie nicht kennen." Man werde diese Behauptungen aber mit in die Ermittlungen einfließen lassen. 

​Zudem wird der Tod des unschuldig inhaftierten Syrers nach einem Zellenbrand auch von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag aufgearbeitet.

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