Echte Anteilnahme oder geschmacklose Werbung?

Nach Brand in Krefelder Zoo: Britischer Hersteller will 30 Himmelslaternen für tote Affen steigen lassen

Echte Anteilnahme oder geschmacklose Werbung? Ein britischer Hersteller will 30 Himmelslaternen für die toten Affen von Krefeld steigen lassen.
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06. Januar 2020 - 10:36 Uhr

Ein Tweet von „Night Sky Lanterns“ sorgt für Aufregung

Nach dem Brand im Krefelder Affenhaus, der vermutlich durch eine in Deutschland verbotene Himmelslaterne ausgelöst wurde, sorgt ein britischer Hersteller dieser Laternen für Wirbel. Die Firma "Night Sky Lanterns", die in London sitzt, kündigte bei Twitter an, 30 Himmelslaternen für die toten Affen steigen zu lassen.

Firma behauptet: Ihre Himmelslaternen seien sicher

Nach dem Brand im Krefelder Zoo
Eine Himmelslaterne soll den Brand im Krefelder Affenhaus ausgelöst haben.
© dpa, Fabian Strauch, fst wst

Der Verlust der Tiere im Krefelder Zoo, sei sehr traurig. "Lasst uns 30 Himmelslaternen anzünden, um dieser Tragödie zu gedenken", twitterte die Firma. "Hoffentlich hilft das, alle daran zu erinnern, nur Himmelslaternen aus hochwertigen Materialien zu verwenden", heißt es in dem Tweet.

Bei den Usern kam das gar nicht gut an. "Meine Güte! Meint ihr das ernst? Habt ihr nicht gesehen, was passiert ist?", kommentierte ein User. "Das ist geschmacklos", meint ein anderer. "Unfassbar geschmackloser Tweet, unfassbar gefährliches Produkt. Um dieser Tragödie zu gedenken, solltet ihr vielleicht die Produktion einstellen", schlägt eine weitere Userin vor.

Macht die Firma Werbung mit der Tragödie in Krefeld?

Doch die Firma legte noch nach: "Dieser Unfall hätte verhindert werden können, wenn diese schlecht gemachten Himmelslaternen nicht auf dem Markt verfügbar wären", twitterte das Unternehmen. Man müsse bei der Nutzung von Himmelslaternen einfach ein paar einfache aber wichtige Regeln befolgen, erklärte "Night Sky Lanterns".

Nutzt die Firma die Tragödie in Krefeld aus, um für die eigenen Produkte Werbung zu machen? Viele User scheinen das so zu sehen. "Ihr benutzt eine Tragödie um euer Produkt zu puschen", wirft einer der Firma vor.

Hersteller setzt sich gegen ein Verbot von Himmelslaternen ein

Tatsächlich scheint der Hersteller zu befürchten, dass die Benutzung Himmelslaternen in Großbritannien ebenfalls verboten werden könnte. In einem öffentlichen Brief an den britischen Premierminister fordert Fabio Paduanelli, der Besitzer der Firma "Night Sky Lanterns", dass die Laternen erlaubt bleiben sollten. Seine Himmelslaternen seien "sicher, ökologisch und eine wunderschöne Ergänzung zu jeder Feier", behauptet Paduanelli.

Ob diese Forderung Gehör finden wird, nachdem in Krefeld deutlich wurde, was eine einzelne Himmelslaterne anrichten kann, ist allerdings fraglich. Drei Frauen hatten dort in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen mit guten Wünschen steigen lassen. Eine davon soll das Feuer im Affenhaus ausgelöst haben, durch den das Gebäude komplett ausbrannte. Alle Tiere im Affenhaus bis auf zwei Schimpansen starben bei dem Unglück.