1.000 Menschen bei Trauerfeier

Krefeld trauert um die getöteten Affen

03. Januar 2020 - 10:08 Uhr

Entsetzen über Brand des Krefelder Affenhauses

Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Affenhaus in der Silvesternacht sind viele Menschen immer noch geschockt und entsetzt. Zoomitarbeiter trauern um die mehr als 30 Affen wie um "Familienmitglieder", die sie teilweise schon jahrelang kannten und pflegten. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet, weil so viele helfen wollen. In Krefeld kamen am Donnerstagabend knapp 1000 Menschen auf einem Parkplatz beim Zoo zusammen, um um die getöteten Tiere zu trauern.

Krefelder trauern zusammen mit Feuerwehrleuten um getötete Affen

People mourn outside the zoo of Krefeld after a monkey house burned down and dozens of animals were killed by the fire in Krefeld, Germany, January 2, 2020. REUTERS/Thilo Schmuelgen
Zu der Trauerveranstaltung am Donnerstag vor dem Krefelder Zoo kamen nach Polizeiangaben rund 1.000 Menschen.
© REUTERS, THILO SCHMUELGEN, TS

Zu der Veranstaltung hatte die Krefelder Ortsgruppe von "Fridays for Future" auf Facebook aufgerufen. Die Veranstaltung sei "sehr friedlich" verlaufen, hieß es. Um politische Forderungen sei es nicht gegangen, sagte eine Sprecherin der Bewegung. Ziel der Initiatoren sei es gewesen, ein Zeichen der Anteilnahme und des Zusammenkommens zu setzen. "Wir sind tief traurig über den unfassbaren Tod unserer ins Herz geschlossenen Krefelder Affen, mit denen viele Krefelder*innen zum Teil selbst seit ihrer Kindheit groß geworden sind", hieß es auf der Facebook-Seite zu der Veranstaltung. Auch Feuerwehrleute nahmen an der Veranstaltung teil.

Briefe, Blumen, Kerzen: Große Trauer vor den Toren des Krefelder Zoos

02.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Vor dem Krefelder Zoo legen Menschen Blumen ab und stellen Trauerkerzen auf. Nach dem Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo mit vielen toten Tieren gibt es laut Ermittlern Hinweise auf sogenannte "Himmelslat
Viele Menschen zündeten Kerzen für die getöteten Affen aus Krefeld an, schrieben Briefe oder legten Blumen und Kuscheltiere nieder.
© dpa, Roland Weihrauch, fst wst

Vor den Toren des Zoos wurde ein Meer aus Kerzen aufgestellt, Blumen, Bilder und Stofftiere niedergelegt. Den ganzen Tag über kamen immer wieder Menschen, um zu gedenken und ihre Anteilnahme auszudrücken. Bei dem Feuer kamen über 30 Affen ums Leben, darunter fünf Orang-Utans, zwei Flachland-Gorillas und ein Schimpanse. Vor allem der 48 Jahre alte Gorilla Massa war sehr beliebt bei Besuchern. "Ich werde Massa und seine Freunde sehr, sehr vermissen", schrieb ein Junge in einem der niedergelegten Briefe. "Ich hoffe, sie sind im Affenhimmel und sehr glücklich." Der imposante Affe wurde jahrzehntelang von Kindern bestaunt und bewundert.

Keine Beerdigung für getötete Krefelder Affen

Von dem Brand verschont blieben nur die zwei Schimpansen Bally und Limbo und eine siebenköpfige Gorilla-Familie, die sich zum Zeitpunkt des Feuers im Gehege neben dem Affenhaus aufgehalten hatte. Eine Beerdigung für umgekommenen Affen wird es wohl nicht geben. Bei ihnen handele es sich um Wildtiere, deshalb sei das nicht erlaubt, sagte eine Zoosprecherin. Für die Zoomitarbeiter soll es aber noch eine interne Trauerfeier geben.

Frauen verursachten Feuer aus Versehen mit verbotenen Himmelslaternen

02.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Das abgebrannte Affenhaus des Krefelder Zoos. Nach dem Brand des Affenhauses im Zoo mit vielen toten Tieren gibt es laut Ermittlern Hinweise auf sogenannte chinesische Himmelslaternen als Brandursache. Foto:
Das Affenhaus wurde bei dem Brand vollständig zerstört und muss abgerissen werden.
© dpa, Marcel Kusch, mku sab

Der Brand wurde vermutlich von drei Frauen ausgelöst, die an Silvester sogenannte "Himmelslaternen" hatten steigen lassen. Die Verursacherinnen stellten sich bereits kurz nach der Tat der Polizei. Sie seien am Boden zerstört, sagte der Ermittlungsleiter der Polizei im Interview mit RTL. Die drei werden vom Opferschutz betreut.