Nach blutigen Krawallen in Röszke: "Flüchtlinge werden neuen Versuch wagen"

1.000 Menschen übernachten im Freien

Nach den heftigen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und der ungarischen Polizei suchen immer mehr Menschen den Weg nach Deutschland über Kroatien und Slowenien.

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Die Verzweiflung bei den Flüchtlingen an der ungarisch-serbischen Grenze schlägt sich in Wut um .
REUTERS, STRINGER

Dort stoßen sie nicht auf einen Abwehrwall wie an der serbisch-ungarischen Grenze. Nach den blutigen Krawallen in Röszke übernachteten die rund 1.000 Flüchtlinge vor Ort im Freien. Nach Einschätzungen von RTL-Reporter Dirk Emmerich werden sie wohl einen neuen Versuch wagen, über die Grenze zu kommen.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Situation entspannen wird, aber die Hoffnung ist sehr gering, dass das Tor nachher aufgemacht wird", berichtet Emmerich. Schließlich habe Orban den Zaun extra bauen lassen, um die Migranten von ihrem Weg durch Ungarn abzuhalten.

Auch Kroaten könnten Grenzpolitik ändern

Den Weg über Kroatien wählten nach Angaben des Roten Kreuzes in Zagreb bereits rund 5.400 Menschen. Weitere 4.000 werden in den nächsten Tagen erwartet.

Innenminister Ranko Ostojic hatte das Nachbarland Serbien aufgefordert, die Zahl der aus Mazedonien und Griechenland kommenden Flüchtlinge einzudämmen. Sonst müsse Kroatien seine Grenzpolitik überdenken.

"Wenn es Tausende sind, schaffen wir das, aber Zehntausende - dafür haben wir nicht die Kapazitäten", warnte auch Außenministerin Vesna Pusic im TV-Sender HRT. Viele der Flüchtlinge würden von Bussen auf der serbischen Seite der Grenze abgesetzt. Die Menschen überquerten dann die Grenze zu Fuß.